Telco-Zwist im Ländle

23. März 2009, 07:09
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Télésonique vs. Telecom Liechtenstein

Télésonique vs. Telecom Liechtenstein
Im Fürstentum Liechtenstein ist ein Streit über einen früheren Markteintritt des Westschweizer Telekom-Providers Télésonique im Gange. Heute Morgen fand in Vaduz eine öffentliche Zeugenvernehmung statt, nachdem das Genfer Unternehmen Télésonique 2002 gegen Telecom Liechtenstein geklagt hatte.
Angefangen hat alles im Oktober 2001, als Télésonique die Dienstleistungen und die Abonnenten von NETnet (ein Partnerunternehmen der Telecom Liechtenstein) übernommen hatte. Mit der Übernahme wollte Télésonique am liberalisierten liechtensteinischen Telco-Markt partizipieren. Telecom Liechtenstein habe seitdem "nichts unversucht gelassen, um den Markteintritt von Télésonique zu verhindern", schreibt Télésonique in einer Mitteilung. Sie habe unter anderem fingierte Rechnungen an Télésonique gestellt (was ein Genfer Gericht bestätigt habe), um als Folge der Nichtbezahlung alle Leitungen der liechtensteinischen Télésonique zu kappen. Man habe nebst finanziellen Einbussen in Millionenhöhen als Folge davon auch einen beträchtlichen Reputationsschaden zu verzeichnen, beklagt sich Télésonique. Wie die 'SonntagsZeitung' gestern schrieb, hat Télésonique heute keine Kunden mehr in Liechtenstein. Das Unternehmen sei seit 2002 auf insgesamt über 12 Millionen Franken betrieben worden.
Meyer erinnert sich nicht
Aufgrund eines Rechtshilfebegehrens des Genfer Tribunal de Première Instance fand nun heute Morgen im fürstlichen Landesgericht in Vaduz eine öffentliche Zeugenvernehmung statt. Als Zeuge vorgeladen waren auch der liechtensteinische Regierungsrat und Kommunikationsminister Martin Meyer, ehemaliger Verwaltungsratsvizepräsident der LTN AG, und Andreas Vogt, ehemaliger VR-Präsident der LTN AG. (Die LTN AG ging später in die Telecom Liechtenstein auf.) Ihnen werden Aktivitäten zur Verhinderung des liberalisierten Fernmeldewesens vorgeworfen.
Meyer habe sich heute Morgen "an nichts erinnern können", berichtet ein Anwesender gegenüber inside-it.ch. Das Verfahren in Vaduz gehe nächste Woche weiter. Danach geht der Fall zurück nach Genf. Es sei momentan nicht absehbar, wann es zu einem Urteil kommen könnte. Télésonique verlangt von seinem Ex-Konkurrenten 2,2 Millionen Franken. (Maurizio Minetti)

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