Telcos im Visier von VoIP-Dieben und -Hehlern

26. März 2007, 14:10
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Moderne Zeiten, moderne Verbrechen.

Moderne Zeiten, moderne Verbrechen.
Mit der Verbreitung der Telephonie über das Internet entstand auch ein neues Betätigungsgebiet für Kriminelle: Der "Diebstahl" von VoIP-Anschlüssen und -Gesprächszeit. Inzwischen hat sich das Hacken von VoIP-Gateways sich zu einem florierenden Geschäft entwickelt, wie das amerikanische Magazin 'Newsweek' berichtet.
Das New Yorker Unternehmen Stealth Communications schätzt, das monatlich weltweit etwa 200 Millionen Gesprächsminuten gestohlen und weiterverkauft werden, was einem Schaden von etwa 26 Millionen Dollar entsprechen würde. Die Diebe, "Phreaker" genannt, hacken sich dafür in die "Gateways", über die Telekommunikationsunternehmen Gespräche aus ihren Netzen ins Internet einspeisen. Die dafür als "Einbruchswerkzeuge" benötigten Softwaretools sind relativ einfach und günstig erhältlich. Gerade kleinere Telcos, die sich weniger Aufwand für die Sicherung ihrer Gateways leisten können, seien sehr oft Opfer solcher Angriffe, erklärte ein italienischer Experte gegenüber 'Newsweek'.
Die gestohlenen Gesprächszeiten werden über die an sich legalen weltweiten rund 5000 Online-Plattformen weiterverkauft, auf denen VoIP-Gespräche gehandelt werden. Dies macht es sehr schwierig, solche Geschäfte bis zu den Dieben zurückzuverfolgen. Abnehmer sind anscheinend meist kleinere Unternehmen, welche die billig eingekauften Gesprächsminuten in der Form von Telefonkarten weiterverkaufen oder sie für den Betrieb von Call Centers brauchen. (hjm)

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