Telcos setzen Channel unter Druck

12. Mai 2015, 15:30
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Telekom-Unternehmen wie Swisscom und Sunrise schnüren Pakete mit Konnektivität, Hardware und Cloud-Abos.

Telekom-Unternehmen wie Swisscom und Sunrise schnüren Pakete mit Konnektivität, Hardware und Cloud-Abos.
IT-Dienstleister, Systemintegratoren oder Value Added Reseller haben es nicht einfach. Ihr Geschäftsmodell erodiert zusehends; der klassische Wiederverkauf von Computern oder Software-Lizenzen spielt eine immer geringere Rolle. Grosse Hersteller wie Microsoft oder Adobe vertreiben ihre Produkte mittlerweile als Miet-Abo direkt. Für Partner bleiben oft nur Brosamen übrig.
Nun mischen sich mit den Telekom-Unternehmen neue Player in das traditionelle Geschäft der IT-Dienstleister ein. Gestern lancierte Swisscom einen neuen IP-Telefonie-Dienst, der für Kunden die attraktive Bündelung von Hardware, Software und Konnektivität bietet. Klassische Elektroinstallateure haben dem wenig entgegenzusetzen, da sie in der Regel weder Internet-Anschlüsse verkaufen noch ein Rechenzentrum betreiben, über das den Kunden IP-Telefonie angeboten werden könnte.
Sunrise bringt Microsoft OneDrive for Business
Heute doppelt nun der Swisscom-Konkurrent Sunrise nach. Der zweitgrösste Schweizer Provider ist eine Partnerschaft mit Microsoft eingegangen. Sunrise bietet Geschäftskunden ab dem 18. Mai 2015 "Microsoft OneDrive for Business" in Kombination mit Sunrise Freedom an. Dies sei "die erste Cloud-Lösung für Selbständige und Kleinunternehmer, die in einem innovativen Paket zusammen mit einem Mobilabonnement angeboten wird", teilt Sunrise mit. Das neue Angebot richtet sich zu Beginn vor allem an Selbständigerwerbende und Kleinunternehmer, später werde die neue Lösung auch für weitere Zielgruppen im Businessbereich ausgerollt.
Yvonne Bettkober, Director Small and Midmarket Solutions & Partner bei Microsoft, sagt dazu: "Microsoft setzt seit der Gründung vor rund 40 Jahren auf die Zusammenarbeit mit starken lokalen Partnern. Die innovative Kooperation mit Sunrise zeigt, dass unsere Partner auch in der 'Cloud first – Mobile first'-Ära eine zentrale Rolle spielen."
Mit "OneDrive for Business", das Teil von Office 365 ist, können User Office-Dokumente bearbeiten, synchronisieren oder teilen. Jeder Benutzer kann das Paket auf bis zu fünf Geräten installieren. Die Partnerschaft mit Microsoft sei ein Beispiel für den modularen Ansatz von Business Sunrise, "mit dem wir uns vor allem an die kleinen und mittleren Unternehmen richten", heisst es auf Anfrage bei Sunrise. Der Kunde habe bei diesem Ansatz die Möglichkeit, jene Leistungen und Services auszuwählen, die er wirklich benötige. "Wir werden diesen Ansatz auch in Zukunft weiter verfolgen."
Gemäss einer Preisliste von Sunrise kostet Freedom im Kombiangebot mit OneDrive in den beiden "kleinen" Varianten Start und Classic mit 25 respektive 55 Franken pro Monat je fünf Franken mehr als ohne OneDrive. Bei den beiden teureren Varianten Relax und Max gibt es mit 65 und 100 Franken keinen Aufschlag. (mim)

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