Telefonie über Kabel für 230'000 Zürcher Haushalte

30. August 2005, 12:42
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Die "Genossenschaft Gemeinschaftsantenne" (GGA) hat es auf die Swisscom abgesehen.

Die "Genossenschaft Gemeinschaftsantenne" (GGA) hat es auf die Swisscom abgesehen.
Die Konkurrenz für Swisscom auf dem hart umstrittenen Schweizer Telefonmarkt wird immer stärker. Nachdem Cablecom vor einem Jahr erfolgreich Telefon über das Kabelnetz angefangen hat anzubieten, sind mehrere lokale Kabelnetzbetreiber nachgezogen. So zum Beispiel ZIKnet (Technische Betriebe Suhr) und Yetnet (Genossenschaftsverband in Schönenwerd) im April dieses Jahres ein.
Nun ist auch die "Genossenschaft Gemeinschaftsantenne" (GGA) mit Sitz in Maur eingestiegen, wie die 'Neue Zürcher Zeitung' schreibt. Dabei handelt es sich um das erste Zürcher Gemeindewerk, das im Telefoniemarkt mitmischt. Die GGA erreicht 230'000 TV- und Radioanschlüsse in sieben Gemeinden und wird das Angebot am 8. Oktober lancieren.
Geschäftsführer Beat Ambühl bleibt gegenüber der 'NZZ' pragmatisch: Das Geschäftsfeld werde wahrscheinlich nur knapp rentieren, der Einstieg sei aus strategischen Überlegungen erfolgt. Aus Imagegründen müsse man heute "Triple Play" (Fernsehen, Breitbandinternet, Festnetztelefonie aus der gleichen Dose) anbieten.
Der Preis für den Telefonanschluss wird auf der Stufe anderer lokalen Anbieter sein. Die Grundgebühr wird 19 Franken betragen, wie bei der "LAN Services AG". Cablecom verlangt 20 Franken, was immer noch günstiger als Swisscoms 25 Franken 25 ist. Über Gesprächstarife hat man sich bei der GGA noch keine Gedanken gemacht.
Cablecoms Schatten
Die technische Abwicklung wird Solpa übernehmen. Der Geschäftskundenbereich des Unternehmens wurde Ende Mai von Cablecom gekauft) Solpa gilt als Marktführer in diesem Bereich. Sämtliche kleine Kabelnetzbetreiber werden zwangsläufig mit Solpa zusammenarbeiten, was Cablecom zusätzlich stärken und Swisscom schaden wird. Cablecom-Sprecher Stefan Hackh wusste, wovon er sprach, als er Anfang Juni gegenüber inside-channels.ch sagte: "Die Übernahme von Solpa ist strategisch sehr, sehr günstig."
Die Swisscom gibt sich indessen nicht geschlagen. Wie Sprecher Sepp Huber gegenüber der 'NZZ' sagte, erwäge das Unternehmen zwar im Moment keine Preissenkung für die Telefonie, man sei aber bemüht, bald Fernsehen anzubieten und die Öffnung der letzten Meile zu verhindern. Sozusagen das richtige Engagement aber am falschen Ort. (mim)

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