Telefonkontakte von Schweizer Politikern gestohlen

23. Februar 2015, 07:54
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Die Methoden der Cyberkriminellen sind in den vergangenen fünf Jahren immer professioneller geworden.

Die Methoden der Cyberkriminellen sind in den vergangenen fünf Jahren immer professioneller geworden. Dies hat gemäss der zuständigen Bundesbehörde zur Folge, dass heute nicht mehr die Frage ist, ob, sondern wann man zum Opfer wird.
Der hohe Entwicklungsstand der Attacken "ist das ernsthafteste Problem, mit dem wir konfrontiert sind", sagte Max Klaus, stellvertretender Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung 'Le Temps' vom Samstag. So hätten sich Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentarier kürzlich ihre Telefonkontakte stehlen lassen.
Hilferuf aus den Ferien
Während ihrer Ferien hätten die Hacker dann Hilferufe mit der Bitte um Geld an ihre Bekannten gemailt. Und es habe funktioniert, erklärte Klaus. Die Masche ist bekannt: Die Internetkriminellen berichten von Problemen in den Ferien und bitten um eine Überweisung. Da sie die Identität des Absenders übernehmen, macht dies glauben, dass die Nachricht von jemand Nahestehendem kommt.
Früher seien die Nachrichten voller Schreibfehler gewesen; heute seien sie perfekt redigiert und oft personalisiert, das heisst mit Vorname und Name der angeschriebenen Person versehen. "Manchmal werden wir vom Einfallsreichtum und dem Nerv der Internetpiraten überrascht. Es ist wie beim Kampf gegen das Doping: Unsere Gegner sind uns oft einen Schritt voraus. Aber dank unseres internationalen Netzwerks haben wir bis heute eine gewisse Kontrolle behalten", sagte Klaus.
Gefährdete KMU
Die Schweiz werde nicht mehr ausspioniert als andere Länder, beruhigt Max Klaus. Aber das Renommee des Finanzplatzes erkläre vielleicht die grosse Anzahl registrierter Attacken auf das E-Banking. Die bevorzugten Ziele seien kleine und mittlere Unternehmen.
"Zudem haben wir sehr spezialisierte Attacken gegen ein bestimmtes Unternehmen beobachtet. Aber auch dies ist keine helvetische Besonderheit", erklärte Klaus.
Zudem hat Melani im vergangenen Jahr festgestellt, dass in der Schweiz zahlreiche Server zur Fernbedienung infizierter Computer stehen - und zwar im grossen Stil. Meistens mieteten die Internetkriminellen ihre Infrastrukturen in einem Drittland. Das "schweizerische Cyberspace" sei beliebt wegen der guten Infrastrukturen und des starken Datenschutzes. (sda/mim)

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