Telekom-Deal mehrheitlich positiv aufgenommen

21. März 2011, 09:49
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Die Deutsche Telekom hat am Samstag den beabsichtigten Verkauf ihrer US-Mobilfunktochter T-Mobile USA an den dortigen Konkurrenten AT&T bekannt gegeben.

Die Deutsche Telekom hat am Samstag den beabsichtigten Verkauf ihrer US-Mobilfunktochter T-Mobile USA an den dortigen Konkurrenten AT&T bekannt gegeben. Die Telekom beendet damit voraussichtlich ihr US-Abenteuer, das 2001 mit dem Kauf von VoiceStream begonnen hatte, abrupt. Damit muss die Telekom auch die Bezeichnung "global" aus den Selbstbeschreibungen streichen und wird wieder zum fast ausschliesslich in Europa tätigen Unternehmen.
Die Telekom soll 39 Milliarden Dollar in Cash und AT&T-Aktien erhalten, sogar etwas mehr als die 35 Milliarden Dollar, die man 2001 auf dem Höhepunkt des Mobilfunkhypes für VoiceStream bezahlt hatte. Verloren bleiben aber die vielen Milliarden Dollar, welche die Telekom seither in ihr US-Mobilfunkgeschäft pumpen musste, und die doch nicht reichten, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten.
Der Handel mit AT&T dütrfte aber noch von den US-Antikartellbehörden scharf unter die Lupe genommen werden, wie US-Kommentatoren meinen. Der Zusammenschluss würde die Nummer 2 und die Nummer 4 im US-Mobilfunkgeschäft zusammenführen und AT&T zur neuen Nummer 1 vor Verizon Wireless machen. AT&T wird nach der Übernahme rund ein Drittel mehr Abonnementskunden als Verizon und etwa doppelt so viele wie Sprint Nextel aufweisen. Die beiden grössten Carrier werden zudem zusammen den Löwenanteil der US-Mobilfunkinfrastruktur besitzen.
Der Zusammenschluss soll es laut AT&T ermöglichen, rund 40 Milliarden Dollar an Bertriebskosten einzusparen, was bedeutet, dass er auch tausende Arbeitsplätze kosten wird.
In Deutschland wurde der Plan von Telekom-Chef René Obermann, das US-Abenteuer zu beenden, mehrheitlich positiv aufgenommen. Allgemein wurde er als Sieg der Vernunft über den Ehrgeiz gewertet. Die Telekom verliert damit rund einen Viertel ihres Umsatzes, kann aber ihre Schulden senken und muss kein Geld mehr nach Nordamerika pumpen. Damit sollten Mittel freiwerden, um die Investitionen im eigenen Kerngebiet zu verstärken, beispielsweise für den dringend notwendigen Aufbau eines Fibre-to-the-Home-Netzwerkes in Deuschland. (hjm)

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