Telekom: Neue Rufe nach Trennung von Netz und Diensten

16. April 2008, 13:15
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ComCom-Chef Furrer schlägt eine Fusion der Handy-Netze von Sunrise und Orange vor. Damit sollen die Preise in der Schweiz sinken. Auch ein "Glasfasernetz für alle" sei eine Überlegung wert.

ComCom-Chef Furrer schlägt eine Fusion der Handy-Netze von Sunrise und Orange vor. Damit sollen die Preise in der Schweiz sinken. Auch ein "Glasfasernetz für alle" sei eine Überlegung wert.
Der Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom), Marc Furrer, fordert in einem Interview mit der 'Handelszeitung', dass die beiden Konkurrenten Sunrise und Orange ihre Mobilfunknetze zusammenlegen, um so Swisscom die Stirn bieten zu können. "Es gibt nur eine Möglichkeit, wie die Swisscom-Herausforderer Orange und Sunrise ihre Position ausbauen können: Durch die Reduktion der Infrastrukturkosten", so Furrer. Furrer glaubt, dass durch die Fusion der Netze die Handytarife massiv sinken würden.
Sunrise und Orange begrüssen den Vorschlag. "Das ist ein spannender Beitrag zur Entwicklung der Mobilnetze", wird Sunrise-CEO Christoph Brand zitiert. "Eine allfällige Diskussion um Netzzusammenlegungen erscheint uns nur dann sinnvoll, wenn alle Netzarten von allen Operatoren mit eingeschlossen werden", sagt Orange-Schweiz-Chef Andreas Wetter. Dazu gehören auch alle Glasfaser- und TV-Kabel. Ein "Glasfasernetz für alle" ist auch für Furrer eine Überlegung wert. Swisscom-Sprecher Carsten Roetz meint hingegen: "Es gibt keinen Anlass, die Rahmenbedingungen zu ändern."
"Funktionale Trennung"
Tatsächlich ist die Diskussion über eine Trennung von Netz und Diensten schon seit geraumer Zeit - auch auf EU-Ebene. Bei einer solchen "funktionalen Trennung" werden die Netze in eine separate Gesellschaft ausgegliedert, die Telekom-Unternehmen bleiben dabei unabhängig voneinander und können weiterhin ihre Dienste anbieten. Dass Swisscom nicht daran interessiert ist, liegt daran, dass der ehemalige Telekom-Monopolist am meisten in die Netzinfrastruktur investiert hat. Swisscom-Vertreter sprechen deshalb von "Enteignung". Bereits bei der Revision des Fernmeldegesetzes (FMG) vor zehn Jahren wurde über eine solche Trennung diskutiert. Man entschied sich aber dann dagegen. (Maurizio Minetti)

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