Telekom-Personalkarussell dreht sich weiter

6. Dezember 2006, 11:07
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Zwei weitere Vorstände gehen und nur für einen gibt es Ersatz. Der Telekom Vorsitzende René Obermann muss seinen Leviatan nicht nur auf einen neuen Kurs bringen, er braucht zunächst einmal Rudergänger, die seine Ziele teilen.

Zwei weitere Vorstände gehen und nur für einen gibt es Ersatz. Der Telekom Vorsitzende René Obermann muss seinen Leviatan nicht nur auf einen neuen Kurs bringen, er braucht zunächst einmal Rudergänger, die seine Ziele teilen.
Nicht unerwartet, aber früher als gedacht hat Walter Raizner, Chef der Festnetzsparte, seinen Rücktritt eingereicht. Es ist die logische Konsequenz aus den desolaten Ergebnissen und dem anhaltenden Kundenschwund. Dass auch Personalvorstand Heinz Klinkhammer zum Jahresende aus dem Unternehmen ausscheidet, ist dagegen eine kleine Überraschung. Die persönlichen Gründe, die der 60-jährige, langjährige Telekom-Vorstand nannte sind diesmal wohl nicht die übliche Ausrede. Anders ist die Tatsache nicht zu erklären, dass kurzfristig kein Nachfolger präsentiert werden konnte. Als aussichtsreiche Kandidatin galt bislang Regine Büttner, zuständig für die internationale Personalentwicklung. Über die Gründe warum sie den Posten nicht bekommen hat, darf spekuliert werden.
Neu in der Führungsspitze finden sich Timotheus Höttges und Hamid Akhavan. Höttges, der aus dem Vorstand der T-Mobile wechselt, wird als neuer Vorstand Breitband/Festnetz auch für das Service- und Vertriebsgeschäft von T-Com und T-Mobile in Deutschland zuständig sein. Akhavan steht ab sofort an der Spitze von T-Mobile und wird seine Erfahrungen als ehemaliger Chief Technology and Information Officer von T-Mobile International zudem für die Aufgabenbereiche Innovation und Produktentwicklung innerhalb des Konzerns nutzen können.
"Für die neue Führung der Deutschen Telekom", sagte Vorstandsvorsitzender René Obermann heute gegenüber der Presse, "sind mir höchste Kundenorientierung, unternehmerisches Denken und Innovationskraft besonders wichtig." Auch wenn die neue Strategie erst in den kommenden Wochen Endgültig formuliert würde, so: "wollen (wir) die Deutsche Telekom zum bestangesehenen Service-Unternehmen machen." Ein erster Schritt ist eine Aufgabenverteilung, die allen Vorständen bereichsübergreifende Verantwortungen überträgt. Dadurch will Obermann die drei Sparten näher zusammenrücken lassen, ohne formal die erst 2005 geschaffenen Strukturen schon wieder zu verändern. (tm)
(Foto (c) Deutsche Telekom: Vorstände)

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