Telekom-Streik: Beide Seiten reklamieren den Sieg für sich

25. Juni 2007, 10:28
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Die Deutsche Telekom wird per 1.

Die Deutsche Telekom wird per 1. Juli 50'000 Mitarbeitende in drei Tochtergesellschaften ("T-Service") ausgliedern. Damit verbunden sind teils massive Lohnsenkungen und die Verlängerung der Arbeitszeit. Dagegen haben in den letzten Wochen tausende von Angestellten des deutschen Telekommunikations-Riesen gestreikt. Letzte Woche kam nun ein Kompromiss zustande. Beide Seiten reklamieren den Sieg für sich.
Man habe den "finanziellen Zielkorridor des Sparprogramms ordentlich übertroffen", jubelte Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger. Die Deutsche Telekom hofft, ab 2010 jährlich 500 bis 900 Millionen Euro einzusparen. Gleichzeitig aber teilt die Dienslteistergewerkschaft Ver.di mit, man habe die Einkommen der Angestellten, die in neue Gesellschaften ausgegliedert werden, sichern könne.
Tatsächlich behilft sich die Gewerkschaft mit einem Trick, um den Angestellten die Reallohnsenkung schmackhaft zu machen. Denn die Senkung der Löhne um 6,5 Prozent (bei gleichzeitiger Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf - für Schweizer Verhältnisse immer noch paradiesische - 38 Stunden) wird nur bis Ende 2008 durch "Ausgleichszahlungen" voll kompensiert. Diese Ausgleichszahlungen sinken bis Ende 2010 auf Null - die Löhne werden also kontinuierlich abnehmen. Dies soll laut Gewerkschaft durch neue, jährliche Verhandlungen ab 2009 kompensiert werden. Zudem steht ab 2011 ein Ausgleichsfonds zur Verfügung, mit dem allfällige Lohnsenkungen abgefedert werden sollen.
Alles hängt also davon ab, wieviel Druck die ausgelagerten Service-Angestellten der Telekom in den nächsten Jahren aufbauen können. Schaut man das Resultat der Streiks der letzten Wochen an, so scheint die Telekom die besseren Karten in der Hand zu haben. Zudem sie ab 2010 die ausgegliederten Gesellschaften verkaufen kann. (hc)

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