Temenos-Millionenprojekt gescheitert

11. Januar 2012, 14:10
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Staatliche Queensland Treasury Corporation zieht die Reissleine, nachdem sich die Einführung von T24 verzögert hatte. 15 Millionen australische Dollar in den Sand gesetzt.

Staatliche Queensland Treasury Corporation zieht die Reissleine, nachdem sich die Einführung von T24 verzögert hatte. 15 Millionen australische Dollar in den Sand gesetzt.
Im Juli 2009 frohlockte der Genfer Bankensoftware-Hersteller Temenos noch, man habe den dritten Kunden in Australien gewonnen: Die prestigeträchtige Queensland Treasury Corporation (QTC) entschied sich damals für die Einführung der Kernbankenplattform T24, die schon bei vielen internationalen Banken im Einsatz ist. Man nahm damals an, dass die Software Mitte 2010 implementiert sein würde.
Doch heute steht die QTC vor einem Scherbenhaufen. Wie australische Medien berichten, wurde nach einer längeren Verzögerung des Projekts der Vertrag mit Temenos kurz vor Weihnachten aufgelöst und die Implementierung von T24 abgebrochen.
Die Staatskasse des Bundesstaates Queensland hatte für das Projekt 27,4 Millionen australische Dollar oder 26,85 Millionen Schweizer Franken budgetiert, wie 'The Brisbane Times' berichtet. Wohlgemerkt handelt es sich dabei um Steuergeld. Die QTC hat davon 22 Millionen Dollar ausgegeben, wovon 7,5 Millionen Dollar für Software und Services an Temenos gingen.
Die QTC sagte gegenüber den Lokalmedien, dass der grösste Teil der während des Projekts entwickelten Funktionalitäten in die bestehende IT-Plattform integriert werden soll. Trotzdem hat die QTC etwa 7,5 Millionen Dollar für interne Arbeiten ausgegeben, die jetzt sozusagen für die Katz' sind. Insgesamt hat die QTC gemäss den australischen Medienberichten 15 Millionen Dollar in den Sand gesetzt.
Temenos trotzdem "zufrieden"
In einem Statement von Temenos gegenüber inside-it.ch heisst es, die QTC und Temenos hätten nach einer Überprüfung des Projekts beschlossen, dass T24 nicht mehr implementiert werden sollte. Temenos spricht von einer "vom Kunden gewünschten Richtungsänderung des Projekts". In diesem Fall habe sich herausgestellt, dass die Einführung der Standardsoftware T24 als Komponente eines bestehenden IT-Systems "nicht geeignet" gewesen sei. Trotzdem sei man zufrieden damit, die Chance gehabt zu haben, mit der QTC an ihrem IT-Erneuerungsprojekt mitgewirkt zu haben. Man habe bei dem Projekt eine "konstruktive und für beide Seiten freundschaftliche Beziehung" genossen, heisst es aus Genf. (Maurizio Minetti)

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