Temenos mitschuldig an Banken-Crash?

31. März 2009, 12:52
  • rechenzentrum
  • temenos
image

Dunfermline Building Society ist aufgrund der Finanzkrise pleite gegangen. Doch auch die Gründung einer Outsourcing-Tochter auf Basis von Temenos Globus soll dazu beigetragen haben.

Dunfermline Building Society ist aufgrund der Finanzkrise pleite gegangen. Doch auch die Gründung einer Outsourcing-Tochter auf Basis von Temenos Globus soll dazu beigetragen haben.
Seit dem vergangenen Wochenende ist klar, dass Schottlands grösste Bausparkasse Dunfermline Building Society (DBS) von der Finanzkrise arg in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Der britische Schottland-Minister Jim Murphy sagte am Samstag laut britischen Medien, das Finanzinstitut sei in "ernsthaften Schwierigkeiten". Wie die Bank of England gestern mitteilte, wird nun der Konkurrent Nationwide die Hauptteile von DBS übernehmen. Für die übrigen Teile wurde Insolvenz angemeldet.
Wie Murphy sagte, ist das 1869 gegründete Finanzinstitut einerseits wegen der globalen Finanzkrise, aber auch wegen "rücksichtsloser Entscheidungen" ("reckless decisions") des vorherigen Managements ins Schlingern geraten. Britische IT-Medien wie 'Computerworld' und 'eWeek' wissen derweil zu berichten, dass die Gründung einer eigenen Outsourcing-Tochter vor einigen Jahren zum Crash beigetragen haben könnte. Die Bank habe mit der Outsourcing-Tochter Dunfermline Solutions rund 31 Millionen Pfund verloren, heisst es.
Die DBS-Tochter sei in Zusammenarbeit mit dem Genfer Bankensoftwarehersteller Temenos gegründet worden, heisst es in den Berichten. Die Gründung sei damals als "Achterbahnfahrt" bezeichnet worden, weil Temenos noch keine Erfahrung im britischen Bausparkassen-Markt hatte, berichtet 'eWeek'. Die IT-Tochter bot demnach IT-Dienstleistung und Backoffice-Services auf Basis der Kernbankensoftware Globus an, dem Vorgänger des jetzigen T24-Systems. Was genau schief gegangen sein soll, ist nicht klar. Die Bank hatte jedenfalls erst kürzlich, nämlich im vergangenen November, T24 eingeführt – erfolgreich. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

OVHcloud bekommt 200 Millionen Euro für neue RZs

Erstmals gewährt die Europäische Investitionsbank ein Darlehen im Cloud-Sektor. OVH will damit in Europa expandieren, und IDC anerkennt das Unternehmen neu als Hyperscaler.

publiziert am 28.11.2022
image

Bei Infopro laufen erste Systeme nach Cyber­angriff wieder

Der Berner IT-Dienstleister kann erste Systeme wieder hochfahren und hofft, im Verlauf dieser Woche zum Normal­betrieb zurückkehren zu können.

publiziert am 28.11.2022
image

Cyberangriff auf Infopro trifft auch Gemeinde Messen

Die Solothurner Gemeinde musste ihre Services nach einem Angriff herunterfahren. Derzeit kommuniziert sie über eine provisorische GMX-E-Mail-Adresse.

publiziert am 25.11.2022
image

Microsoft holt Daten aus dem Ausland in Schweizer RZs

Zügeltermin: Schweizer Microsoft-Kunden können ihre M365-Daten in hiesige Rechenzentren migrieren lassen. Bis April 2023 ist dies noch kostenlos möglich.

publiziert am 21.11.2022