Temenos schnappt sich den Bär-Deal, aber...

2. Februar 2015 um 10:03
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Julius Bär investiert einige Dutzend Millionen in neue Core-Banking-Lösung von Temenos. Andere Anbieter können aber noch Zusatz-Komponenten liefern.

Julius Bär investiert einige Dutzend Millionen in neue Core-Banking-Lösung von Temenos. Andere Anbieter können aber noch Zusatz-Komponenten liefern.
Lange haben die beiden Schweizer Bankensoftware-Hersteller Avaloq aus Zürich und Temenos aus Genf um den lukrativen Auftrag der Privatbank Julius Bär gekämpft. Nun haben sich die Genfer mit ihrer Lösung T24 durchgesetzt - oder zumindest fast. Die Bank beauftragte zwar Temenos, mit den Planungen für den Ersatz ihrer Core-Banking-Plattform zu beginnen, behält sich aber gleichzeitig vor, "geeignete Anbieter für zusätzliche Komponenten und Applikationen auszuwählen". Damit ist die Tür einen Spalt geöffnet für Avaloq und andere Softwarehersteller.
Avaloq hat die Ankündigung der Bank "zur Kenntnis genommen", möchte sie aber nicht weiter kommentieren, wie der Softwarehersteller in einer E-Mail an inside-it.ch schreibt. Avaloq betont aber, dass die Pipeline "weiterhin bestens gefüllt" sei und man sich auf "eine Vielzahl an interessanten Projekten" freue. Für Avaloq ist der Entscheid der "Bären" für Temenos dennoch bitter: Die Bank hatte sich ursprünglich vor zehn Jahren für Avaloq entschieden.
Beginn in Asien
Die Erneuerung der IT-Plattform von Julius Bär ist ein globales Projekt, gestartet wird zunächst in Asien. Weil die Region ein Viertel des Geschäftsvolumens der Gruppe verzeichnet, sei sie eine ideale Testumgebung für die zukünftige Umsetzung in anderen Regionen, schreibt Julius Bär in einer Mitteilung. Der Abschluss in Asien wird für 2017 erwartet. Gleichzeitig werden im Rahmen des Projekts in der Schweiz  "gezielte Verbesserungen" durchgeführt.
Ziel des Vorhabens sei es, die Kundenbetreuung, die operative Effizienz und die Flexibilität durch die Harmonisierung der Plattformen weiter zu verbessern, teilt die Bank mit. Wie viel das Projekt kostet, ist nicht offiziell bekannt. Geschätzt wird, dass allein für die Software 30 bis 40 Millionen Dollar ausgegeben werden.
Gleichzeitig hat Julius Bär bekannt gegeben, dass rund 200 Stellen vor allem im Mid- und Backoffice abgebaut werden sollen. Dort arbeitet Personal, das nicht direkt mit Kunden in Kontakt steht wie etwa Mitarbeiter der Administration oder IT-Fachleute. Die Hälfte der Einsparungen soll bereits im laufenden Jahr realisiert werden. Hintergrund der Sparmassnahme ist die starke Frankenaufwertung. Die Stellenkürzungen werden laut Finanzchef Dieter Enkelmann zur Mehrheit Arbeitsplätze in der Schweiz betreffen. So weit wie möglich sollen natürliche Abgänge genutzt werden, es werde aber auch zu Entlassungen kommen. Wie viele IT-Funktionen davon betroffen sind, verrät die Bank nicht. (Maurizio Minetti)

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