"Teufel" reisst Tele2 Schweiz in die roten Zahlen

24. Juli 2008, 15:20
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Verlust auf EBIT-Ebene von 8,2 Millionen Franken im ersten Halbjahr. Im Mobile-Bereich betrug das Minus fast 30 Millionen Franken.

Verlust auf EBIT-Ebene von 8,2 Millionen Franken im ersten Halbjahr. Im Mobile-Bereich betrug das Minus fast 30 Millionen Franken.
Von April bis Juni verlor Tele2 Schweiz 3000 Kunden. Wie den Zahlen zum zweiten Quartal zu entnehmen ist, sank die Kundenzahl von 494'000 Ende Q1 auf nun 491'000. Zwar verlor Tele2 in der Schweiz im Festnetz- und Breitbandbereich Kunden, dafür stieg die Anzahl im Mobile-Bereich sehr stark auf momentan 105'000. Trotzdem hat Tele2, verglichen mit dem zweiten Quartal des Vorjahres (520'000), 6 Prozent weniger Kunden.
Auch finanziell ist die Lage nach wie vor schlecht. Für das erste Halbjahr resultierte ein Umsatz von 120 Millionen Franken, nach 137 Millionen im ersten Semester des Vorjahres. Auf EBITDA-Ebene (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) rutschte die Schweizer Niederlassung des schwedischen Telekom-Anbieters erneut in die roten Zahlen mit einem Minus von 2,7 Millionen Franken (Gewinn von 3,4 Millionen im ersten Halbjahr 2007). Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 8,2 Millionen Franken, nach einem Verlust von 850'000 Franken im ersten Halbjahr 2007.
Teure Teufels-Kampagne
Im ersten Quartal dieses Jahres hatte es Tele2 Schweiz vorübergehend in die schwarzen Zahlen geschafft. Nach wie vor verdient Tele2 nur im Festnetzbereich Geld. Im Mobile-Bereich betrug der Verlust im ersten Halbjahr fast 30 Millionen Franken. Dies ist laut Tele2 auf Marketing-Ausgaben zu Beginn des zweiten Quartals zurückzuführen. Aufsehen erregte vor allem die TV- und Plakat-Kampagne mit dem Teufel ("Du bekommst unbegrenzte Macht. Ich bekomme deine Seele").
Das Unternehmen hat kürzlich die Ausgaben für Werbung und für den Ausbau des Mobilfunknetzes gestoppt. Ob das reichen wird, um aus der Verlustzone zu kommen, wird sich weisen. (Maurizio Minetti)

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