Thurgau setzt bei Covid-Massentests auf Glarner Tool 2weeks

16. April 2021, 14:07
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Der Regierungsrat hat das serielle Testen in Betrieben genehmigt. Für die Abwicklung wird die Web-Lösung 2weeks verwendet, die von einem Wirt lanciert wurde.

Der Kanton Thurgau hat das Umsetzungskonzept für das Ausbruchsmanagement und das serielle Testen in Betrieben genehmigt, teilt der Regierungsrat mit. Damit sollen Ausbrüche von Covid-19-Fällen frühzeitig erkannt und Infektionsketten gezielt unterbrochen werden. Bereits rund 200 Betriebe hätten ihr Interesse am seriellen Testen bekundet.
Laut Umsetzungskonzept soll ab dem 26. April 2021 mit einer Laborkapazität von 5000 Proben pro Woche gestartet werden, heisst es weiter. Die teilnehmenden Betriebe stammen aus der Landwirtschaft, der Industrie, der Verwaltung, dem Dienstleistungssektor inklusive Arzt- und therapeutische Praxen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Sie müssen während mindestens drei Wochen möglichst 80% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Covid-19 testen lassen.

BAG hat Web-Tool 2weeks geprüft

Bei der Analyse der Tests arbeitet der Kanton mit dem Thurgauer Labor Swissanalysis zusammen, das bereits an Pilottest-Reihen beteiligt war. Das Labor kann Speichelproben automatisiert in Viererpools analysieren und positive Poolproben anschliessend in einem zweiten Analyseschritt weiter aufschlüsseln.
Für die Abwicklung der Tests setze Swissanalysis auf das Web-Tool 2weeks, das bereits der Kanton Graubünden bei Massentests eingesetzt hat. Das Bundesamt für Gesundheit habe das Tool ebenfalls geprüft und freigegeben, schreibt der Kanton Thurgau.
Entwickelt wird 2weeks in Glarus. Die Idee dazu hatte der Wirt Marc Brunner, der die App ursprünglich für die Covid-Gästedatenerfassung in Gastro-Betrieben startete. Mit seinem Sohn, einem Applikationsentwickler, und einem Kollegen, der in der IT-Sicherheit tätig ist, lancierte er 2weeks im Spätsommer 2020.

Innert 5 Tagen den neuen Bedürfnissen angepasst

Ende letzten Jahres meldete sich dann der Kanton Graubünden, der die Lösung für seine Massentests adaptieren wollte. In rund 200 Arbeitsstunden innerhalb von 5 Tagen sei 2weeks für diese Bedürfnisse angepasst worden, sagte Brunner dazu der 'Südostschweiz'.
So bietet das junge Unternehmen neben der Datenerfassung für Gastrobetriebe nun auch die Lösungen "2weeks Impfung" und "2weeks Testing" an. In Zusammenarbeit mit kantonalen Behörden entwickle man eine skalierbare und benutzerfreundliche Lösung für einzelne Testzentren aber auch grosse Organisationen, heisst es auf der Firmenwebsite.
"2weeks Testing" biete Termin- und Standortverwaltung sowie als "Kernsystem" die Testverwaltung: "Vorangemeldete Testkandidaten können mittels QR-Code schnell registriert werden und einem entsprechenden Testkit eindeutig zugewiesen werden." Bei der Entwicklung sei besonders Wert daraufgelegt worden, dass der Testablauf auch durch nicht medizinisches Personal intuitiv und speditiv abgewickelt werden könne, ohne dabei Datenqualität und Datenschutz zu gefährden.

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