Ticket-App Lezzgo nun schweizweit nutzbar

10. Januar 2018, 13:32
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BLS geht mit der auch von der SBB und Post unterstützten "Erst fahren, dann zahlen"-App in die Offensive.

BLS geht mit der auch von der SBB und Post unterstützten "Erst fahren, dann zahlen"-App in die Offensive.
Ab sofort, so teilt das Berner Bahnunternehmen BLS mit, kann man die Ticket-App "Lezzgo" für den öffentlichen Verkehr schweizweit, beziehungsweise überall, wo auch ein GA gültig ist, nützen. Dies gelte über alle Verbundsgrenzen hinweg. Die App steht ab sofort in den Stores von iOS und Android zum Download bereit, so die BLS.
Dies ist ein ziemlich grosser Schritt bei der Digitalisierung des Bahnverkehrs. Lezzgo ermöglicht eine GPS-basierte Registrierung von Fahrten und dadurch eine nachträgliche Bezahlung. Kunden, die Lezzgo nützen, müssen sich kurz vor der Fahrt bei der App einchecken und haben dann sofort ein gültiges Ticket auf dem Handy. Wenn sie angekommen sind, checken sie aus. Die App berechnet aufgrund der GPS-Daten die Strecke und den Preis und belastet sie dem vom Kunden angegebenen Zahlungsmittel. Dabei werden laut BLS Halbtax-Abonnemente und Tageskarten berücksichtigt und der bestmögliche Tagespreis verrechnet.
Ein Zielort muss also nicht von Anfang an eingegeben werden, und Reisende können sich auch nachträglich noch umentscheiden, frühzeitig aussteigen oder ihr Ziel ändern und so weiter.
Bisher war die ursprünglich von der BLS entwickelte App nur in Fribourg, Luzern, Bern-Biel-Solothurn sowie im Jura teilweise nutzbar. Bereits im letzten Sommer schlossen sich aber die SBB und die Post mit der BLS zusammen um einen schweizweiten Einsatz von Lezzgo zu testen.
Christof Zogg, Leiter Digital Business der SBB, erklärte damals dass die Schweiz mit der Einführung eines schweizweiten, virtuellen Gates zum ein- und auschecken eine Pionierrolle einnehmen würde: "Das ist eine neue Technologie, die es in keinem anderen Land gibt."
Hierzulande gibt es allerdings mit Fairtiq bereits eine zweite App, die ungefähr das gleiche kann wie Lezzgo. Allerdings ist diese in aktuell dreizehn Verkehrsverbünden, beispielsweise in Graubünden, der Region "Ostwind" und der Region Bern-Biel-Solothurn nutzbar, aber noch nicht in der ganzen Schweiz. Falls ein Konkurrenzkampf zwischen den beiden Apps entbrennen sollte, hat damit Lezzgo gegenwärtig die Nase deutlich vorne. (hjm)

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