Tim Cook attackiert Tech-Firmen als "Chaosfabrik"

17. Juni 2019, 14:43
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Apple CEO Tim Cook forderte, dass Tech-Unternehmen die Verantwortung für das "Chaos" übernehmen müssten, das sie schaffen.

Apple CEO Tim Cook forderte, dass Tech-Unternehmen die Verantwortung für das "Chaos" übernehmen müssten, das sie schaffen. In einer Rede vor Absolventen der renommierten Stanford University nannte er keine Namen, aber fand klare Worte wegen Daten-Hacks, Privatsphären-Verletzungen und anderen Praktiken im Silicon Valley.
"In letzter Zeit scheint es, dass diese Branche immer bekannter für eine wenig edle Innovation wird – der Glaube, dass man etwas als Verdienst betrachten kann, ohne Verantwortung zu übernehmen", sagte Cook. "Wir sehen es jetzt jeden Tag mit jeder Datenschutzverletzung, jeder Privatsphären-Verletzung, jeder Hassrede sowie Fake News, die nationale Gespräche vergiften."
Damit nicht genug, griff Cook erneut Google, Facebook und andere Giganten an: "Wenn wir als normal und unvermeidlich akzeptieren, dass alles in unserem Leben aggregiert, verkauft und im Falle eines Hacks weitergeleitet werden kann, dann verlieren wir so viel mehr als Daten. Wir verlieren die Freiheit, ein Mensch zu sein."
Wie das? Cook argumentiert mit Selbstzensur, die mit Überwachung einhergehe: "In einer Welt ohne digitale Privatsphäre beginnen Sie, sich selbst zu zensieren, auch wenn Sie nichts falsch gemacht haben, ohne anders zu denken. Zuerst nur ein wenig. Nur ein wenig, Stück für Stück. Sie riskieren weniger, hoffen weniger, stellen sich weniger vor, wagen weniger, schaffen weniger, reden weniger, denken weniger."
Cook bilanzierte vor den neuen Stanford-Absolventen, dass die digitale Überwachung die Innovation gefährdet und Überwachung das Silicon Valley "gestoppt hätte, bevor alles begann".
Der Apple-Chef fuhr fort: "Es fühlt sich ein wenig verrückt an, dass jemand das sagen muss, aber wenn man eine Chaosfabrik baut, kann man sich nicht der Verantwortung für das Chaos entziehen."
Es ist nicht das erste Mal, dass Cook Privatsphäre von datengetriebenen Konzernen einfordert und genau damit für seine Produkte wirbt. Nun ist es eine Sache, in Stanford auszuteilen, es wäre etwas anderes, würde er mit Apple im Rücken diese bei Behörden beliebt machen. Noch belässt er es bei Wünschen: Letzten Januar sagte er, dass die U.S. Federal Trade Commission zu einer "Data-Broker-Clearingstelle" werden sollte, bei welcher man die Verwendung der eigenen Daten tracken und deren Löschung verlangen kann. Zudem schlug er in allgemeinen Worten vor, der US-Gesetzgeber möge die Datensammlung minimieren.
Die Gegenseite stellt sich derweil auf den Standpunkt, kritisieren sei leichter als die Probleme zu lösen. So erklärte Google-CEO Sundar Pichai bei 'CNN' kürzlich, YouTube sei "vermutlich zu gross", um die Probleme mit Fake News und Hassreden zu 100 % in den Griff zu kriegen. (mag)

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