tiscon schickt COS Distribution (Deutschland) in die Insolvenz

29. Juli 2009, 10:20
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Ein weiteres Kapitel der "COS-Saga" geht zu Ende.

Ein weiteres Kapitel der "COS-Saga" geht zu Ende.
Die deutsche COS Distribution GmbH, die mit der Schweizer COS Computer Systems AG und mit COS Memory (fast) nichts mehr zu tun hat, ist insolvent. Ebenfalls Zahlungsunfähigkeit angemeldet hat eine weitere tiscon-Tochter, nämlich die E-Logistics GmbH, die einen Webshop betreibt.
tiscon hatte die deutsche COS Distribution GmbH im Dezember 2006 der Schweizer COS-Gruppe abgekauft..
Mit Kurt Frühs Badener COS Computer Systems AG hat tiscon und die deutsche, nun insolvente COS Distribution GmbH fast nichts mehr tun. Die COS-Gruppe hält noch eine kleine Beteiligung an tiscon, die aber zum grossen Teil abgeschrieben ist und hat noch ein ebenfalls zum grossen Teil abgeschriebenes offenes Darlehen bei tiscon. Kurt Früh ist noch im Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der tiscon AG.
Zahlungen eingestellt, Kreditversicherungen gekündigt
Wie tiscon AG in einer "ad-hoc-Mitteilung" schreibt, verfüge die COS Distribution GmbH über keine "vom Konzern unabhängigen Finanzierungsquellen" und meldete deshalb Insolvenz an. Der Distributor soll allerdings im Rahmen einer so genannten "übertragenden Sanierung" weitergeführt werden. Dies bedeutet, dass die Werte des Distributors (Lager, Kundenstamm) an einen neuen Besitzer verkauft (oder verschenkt) werden, während die rechtliche Firma samt Schulden und Verpflichtungen in den Konkurs geschickt werden sollen.
Wie wir aus Deutschland hören, hat die COS Distribution GmbH alle Zahlungen eingestellt und die Kreditversicherer decken auch keine Lieferungen mehr.
Ein weiteres Kapitel der "COS-Saga" beendet
Mit dem wahrscheinlichen Untergang der COS Distribution GmbH in Deutschland schliesst sich ein weiteres Kapitel der "COS-Saga". Noch während des New-Economy-Hypes plante Kurt Früh, die COS-Gruppe mittels einer Reihe von Übernahmen zu einem paneuropäischen Distributor und "E-Tailer" mit einem Umsatz von über einer Milliarde Franken umzubauen. Der Plan schlug gründlich und unter Verbrennung von vielen Millionen Franken fehl. Ab 2005 stieg die COS-Gruppe aus der Distribution aus und verkaufte die Schweizer und deutschen Einheiten.
Kurt Früh weilt in den Ferien und war heute Vormittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Alltron ist als "Gold-Sponsor" ein wichtiger Partner unseres Verlags.)

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