Tolle Stimmung, hohe Gewinnerwartungen – aber keine Fachkräfte im europäischen Technologiesektor

7. März 2007, 15:14
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Umfrage unter 217 Vertretern von europäischen Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche.

Umfrage unter 217 Vertretern von europäischen Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche.
Das britische PR-Netzwerk Eurocom Worldwide hat zusammen mit der Münchner PR-Agentur Schwartz Public Relations eine Umfrage unter europäischen Technologieunternehmen durchgeführt und ist dabei unter anderem zum Schluss gekommen, dass die Stimmung "durchweg positiv" ist. Für die zum sechsten Mal durchgeführte Umfrage wurden zwischen November 2006 und Januar 2007 zirka 800 Kunden der beiden auf Technologiefirmen spezialisierten PR-Unternehmen befragt. Geantwortet haben schlussendlich 217.
Laut Geschäftsführer Christoph Schwartz wurden 10 bis 15 Vertreter von Schweizer Firmen befragt. Es sei insgesamt "versucht worden", die absolute Führungsspitze zu befragen, in einigen Fällen hätten aber auch Marketingverantwortliche oder andere Manager die Fragen beantwortet. Es wurden IT-Unternehmen, sowie auch Telekom-Firmen bis hin zu Herstellern von Navigationstechnologie befragt.
Gute Aussichten
Eine Mehrheit von 65 Prozent ist in Bezug auf die Aussichten des Technologiesektors für dieses Jahr zuversichtlich gestimmt – vor einem Jahr waren nur 53 Prozent zuversichtlich. Fast 31 Prozent verspüren verglichen mit dem Vorjahr keine Änderung. Der Rest ist weniger zuversichtlich. 91 Prozent gehen davon aus, dass dieses Jahr die Umsätze gesteigert werden können. 7,5 Prozent erwarten keine Änderung und der kleine Rest befürchtet einen Rückgang. Im vergangenen Jahr erwarteten nur 79 Prozent eine Verbesserung der Ertragssituation.
Laut Umfrage ist IT-Sicherheit das Wachstumsthema Nummer 1 im laufenden Jahr. Fast genau so starkes Wachstum wird für mobile Services erwartet. Software-as-a-Service ist das drittwichtigste Thema, gefolgt von CRM und IT-Outsourcing und – weit abgeschlagen – Storage.
Keine geeigneten Fachkräfte
Über 63 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Personalbestand dieses Jahr ausgebaut wird. Vor einem Jahr glaubten das 58 Prozent. Nicht mehr 8, sondern nur noch 4 Prozent erwarten einen Arbeitsplatzabbau. Etwas mehr als ein Drittel glaubt, dass sich nichts verändern wird. Allerdings ist die Zahl derjenigen gestiegen, die glauben, dass es immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden: Letztes Jahr waren es noch 33, dieses Jahr 38 Prozent. Eine Mehrheit von 52 Prozent glaubt, dass es gleich schwierig ist wie vergangenes Jahr.
"Der momentane Mangel an qualifizierten IT-Kräften wird als die grösste Gefahr für das weitere Wachstum des Technologiesektors gesehen", sagt Schwartz. Laut Umfrage ist es zunehmend schwierig, Softwareingenieure, Vertriebsmitarbeiter und Projektmanager zu rekrutieren. Entsprechend wird auch für dieses Jahr von der Mehrheit (81 Prozent) erwartet, dass Arbeitsplätze im Bereich technische Fertigung durch Verlagerung in Billiglohnländer wie China, Indien und Osteuropa abgebaut werden. Fast 58 Prozent glauben, dass auch Arbeitsplätze im IT-Dienstleistungsbereich verlagert werden.
Trotzdem sehen die Befragten die besten Aussichten für künftiges Wirtschaftswachstum weniger in China (10 Prozent), sondern vielmehr in Westeuropa (38 Prozent). (Maurizio Minetti)

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