Toshiba fürchtet erneut tiefrote Zahlen

24. Oktober 2017, 10:04
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Mit einer tiefen Verbeugung vor den Aktionären hat sich der Chef des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba für den Verkauf der lukrativen Chip-Sparte entschuldigt.

Mit einer tiefen Verbeugung vor den Aktionären hat sich der Chef des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba für den Verkauf der lukrativen Chip-Sparte entschuldigt. "Es tut uns aufrichtig Leid, dass wir Probleme und Sorgen bereitet haben", sagte Satoshi Tsunakawa am Dienstag vor rund 600 Anteilseignern.
Die Generalversammlung stimmte dem Verkauf unter verärgerten Zwischenrufen zu. Das Geschäft mit Speicherchips soll für umgerechnet knapp 18 Milliarden Dollar an ein Konsortium um den US-Finanzinvestor Bain Capital verkauft werden. Mit den Milliarden will sich das Unternehmen wieder finanziellen Spielraum verschaffen.
Noch hofft das Unternehmen, den Verkauf im laufenden Geschäftsjahr, das Ende März 2018 endet, abschliessen zu können. Da noch immer die nötigen Zustimmungen der Behörden fehlen, könnte sich der Deal aber verzögern, schreibt 'Reuters'. Die Überprüfung der Behörden nehme mindestens sechs Monate in Anspruch. "Wir müssen über verschiedene Massnahmen nachdenken, wenn sich die Umstände ändern", wird Toshiba-CEO Satoshi Tsunakawa von der US-Nachrichtenagentur zitiert. Man habe noch nichts entschieden, "aber es ist wahr, dass wir potenzielle Massnahmen erwägen". Um was für Schritte es sich konkret handelt, teilte er nicht mit.
Es gibt tiefrote Zahlen, falls sich der Deal verzögert
Geht der Deal im aktuellen Fiskaljahr nicht über die Bühne, laufe Toshiba Gefahr zum zweiten Mal hintereinander ein negatives Reinvermögen melden zu müssen, schreibt 'Reuters'. Ein Bilanzergebnis also, bei dem die Verbindlichkeiten das Anlagevermögen übersteigen. Dies könne laut Bericht dazu führen, dass der Konzern automatisch von der Tokioter Börse dekotiert werde.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Toshiba mit einem Verlust von umgerechnet 970 Millionen Dollar. Dies habe mit Steuerzahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Chip-Sparte zu tun. In dieser Bilanz sind aber die Erlöse des Verkaufs der Chip-Einheit nicht einbezogen, da die japanischen Behörden den Verkauf noch nicht genehmigt haben. (kjo/sda)

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