Toshiba wankt und prüft Verkauf der Chip-Sparte

14. Februar 2017, 12:28
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Der angeschlagene japanische Industriekonzern Toshiba hat eine weitere Abschreibung von 712,5 Milliarden Yen (rund 6,3 Milliarden Franken) auf sein US-Atomgeschäft angekündigt.

Der angeschlagene japanische Industriekonzern Toshiba hat eine weitere Abschreibung von 712,5 Milliarden Yen (rund 6,3 Milliarden Franken) auf sein US-Atomgeschäft angekündigt. Das Ende März endende Geschäftsjahr werde daher voraussichtlich mit einem Nettoverlust von rund 3,4 Milliarden Franken abschliessen.
Im Vorjahr hatte das Minus noch bei umgerechnet vier Milliarden Franken gelegen. Hintergrund war damals ein Bilanzskandal. Die Konzernführung betonte nun, die aktuell vorgelegten Zahlen seien noch nicht testiert. Sie gab ferner den Rücktritt des Verwaltungsratsvorsitzenden Shigenori Shiga bekannt.
Der Konzern hat grosse finanzielle Probleme mit seinem Atomgeschäft in den USA. Das US-Atomgeschäft hat bereits in der Vergangenheit das Geschäft stark belastet. So schrieb Toshiba Ende April letzten Jahres rund 2,3 Milliarden Franken auf seine Anteile am US-Atomkonzern Westinghouse ab.
"Die Fragen rund um Toshiba sind so zahlreich, man weiss nicht, wo mit ihnen zu beginnen", sagte Masahiko Ishino, Analyst bei Tokai Tokyo Securities laut 'Bloomberg'. "Investoren wollen wissen, was mit den Atom- und Chip-Unternehmen geschehen wird und ob einige der börsennotierten Tochtergesellschaften von Toshiba verkauft werden."
Steht Verkauf der Chips-Sparte bevor?
Zu den wenigen Lichtblicken in der Toshiba-Bilanz zählen NAND-Flash-Speicher, die in Smartphones und Festplatten verwendet wird. Die Speicher-Chips generierten laut 'Bloomberg' 50,1 Milliarden Yen (451 Millionen Franken) im ersten Halbjahr, was mehr als die Hälfte des gesamten operativen Gewinns in der Periode bedeutet.
Nun erwägt Toshiba, einen Mehrheitsanteil seines Speicherchipgeschäfts zu verkaufen, nicht nur 20 Prozent wie bislang geplant. Toshiba hat angekündigt, die Chip-Einheit bis Ende März abzuspalten.
Die Japaner haben zuletzt aufgrund hoher Verluste andere Konzernteile verkaufen müssen, darunter die Medizintechniksparte. Seit 2011 gehört der Zuger Stromzählerproduzent Landis+Gyr zum Toshiba-Konzern. (sda / mag)

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