Totalumbau des Swisscom-Konzerns

22. September 2006, 10:36
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Swisscom will nur noch drei Grossabteilungen: Für Private, KMU und Grosskunden. Die Divisionen Fixnet und Mobile sollen verschwinden.

Swisscom will nur noch drei Grossabteilungen: Für Private, KMU und Grosskunden. Die Divisionen Fixnet und Mobile sollen verschwinden.
Der Telekommunikationskonzern Swisscom will seine bisherige Struktur verschlanken. Laut einem Bericht der Wirtschaftswochenzeitung 'Cash' soll das Unternehmen künftig in drei Bereiche aufgeteilt werden, die Privatkunden, KMU und Grosskunden bedienen. Konzernchef Carsten Schloter wolle sich von den heute technologisch begründeten Abteilungen trennen, damit wieder mehr Wachstum erzielt werden könne.
Die Bereiche Festnetz und Mobilfunk wachsen nicht mehr so wie früher. Ein neues (potentielles) Wachstumssegment, Fernsehen übers Telefonnetz, soll erst noch lanciert werden (Bluewin-TV). Die Abteilungen Fixnet und Mobile sollen somit laut 'Cash' verschwinden. Einzig der Name Bluewin soll als Label für das Internet-Fernsehen erhalten bleiben. Swisscom will in Zukunft unter einer einzigen Dachmarke auftreten. Dazu kommt laut 'Cash' auch ein neues Unternehmens-Logo.
Der 'Tages-Anzeiger' schreibt heute, dass 160 Geschäftskundenbetreuter von der Abteilung Mobile zu Solutions verlagert werden, weil Solutions neu die Grosskunden mit Festnetz- und Mobil-Dienstleistungen betreut. Die KMU-Betreuung bei Mobile wird herausgelöst und zu Fixnet überführt. Dort soll eine gemeinsame Verkaufs- und Marketingorganisation geschaffen werden. Die bisherige Mobile-Sparte soll laut 'Cash' in den kommenden Monaten als Retail-Kanal für Privatkunden positioniert werden. Die rund hundert Swisscom-Shops werden neu unter Mobile anstatt Fixnet laufen. Wie der 'Tagi' weiter schreibt, ist Swisscom IT Services von der Umstrukturierung ausgenommen. SCIS soll weiterhin zentral für Informatikkunden zuständig bleiben.
Nicht alle Mitarbeiter zufrieden
Swisscom soll bis 2008 unter den "grossen europäischen Telecomfirmen zum Service-Champion werden", schreibt die Ringier-Zeitung. Indes haben die Vorbereitungen zur Neuausrichtung bereits begonnen. Im Juni hatte Swisscom mitgeteilt, dass die Strukturen angepasst werden. Damals hiess es, die Änderungen sollen in den kommenden Monaten in Kraft treten und rund 1500 Mitarbeitende betreffen.
Diese scheinen aber mit dem Umbau nicht ganz einverstanden zu sein. Vor allem Mitarbeitende mit technischem Hintergrund stossen sich an der "Marketingausrichtung", so 'Cash'. "Wir bleiben ein Technologieunternehmen, welches anspruchsvolle Produkte verkauft und nicht nur irgendein austauschbares Konsumgut", sagte ein Ingenieur. Zudem wird befürchtet, dass der Stellenabbau durch die neue Struktur beschleunigt werden könnte. Seit 1997 hat Swisscom netto, also ohne Firmenzukäufe, rund 7000 Stellen gestrichen.
Seitens Swisscom ist zur neuen Struktur nicht viel zu erfahren. "Es ist richtig, dass wir uns noch konsequenter auf die Kunden ausrichten werden", so Swisscom-Sprecher Sepp Huber lapidar. Huber sagte gegenüber 'Cash' auch nicht, wie lange es genau dauern wird, bis der Umbau vollzogen ist. (mim)

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