Tradeware und Lake Solutions kommen sich näher

28. Januar 2009, 16:29
  • nachfolge
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Karin Rüegg folgt auf Joseph Bohren als Chefin von Tradeware und plant ein MBO. Tradeware und Lake Solutions gründen Joint-Venture.

Karin Rüegg folgt auf Joseph Bohren als Chefin von Tradeware und plant ein MBO. Tradeware und Lake Solutions gründen Joint-Venture.
Nach dem missglückten ersten Anlauf zum Verkauf seiner Firma an einen Nachfolger, hat Tradeware-Chef und Inhaber Joseph Bohren nun eine neue Lösung gefunden. Karin Rüegg (Foto), bereits seit dem Jahr 2000 bei Tradeware, hat per 1. Januar die Leitung des grössten Sun-Resellers in der Schweiz übernommen. Darüber hinaus beteiligt sie sich an Tradeware mit einem "substanziellen Anteil", wie es in einem gestern versandten Brief an die Kundschaft heisst. Sie wird in den kommenden Jahren - ein genauer Termin wird angesichts der Finanzkrise, in der Kapital für MBOs nur sehr schwer zu beschaffen ist - nicht genannt, die Mehrheit an Tradeware übernehmen.
Der Tradeware-Gründer und bisherige Alleinaktionär Joseph Bohren seinerseits hat sein Pensum auf 50 Prozent reduziert.
Tradeware verbündet sich mit Lake Solutions
Die Nachfolgeregelung ist nur ein Teil der neuen Strategie der Thalwiler Tradeware. Denn gleichzeitig sind Tradeware und der Walliseller Highend-Systemintegrator Lake Solutions (ehemals COS-Concat) ein Bündnis eingegangen und gründeten eine Art Joint-Venture, die Firma Lake Group AG. Ziel des Bündnisses ist es, den Kunden jeweils Produkte und Dienstleistungen des Partners anzubieten. Im Verwaltungsrat der neuen Firma sitzt übrigens mit Christian Wunderlin, Ex-CFO von RedIT, ein weiterer in der Branche bekannter Mann.
Wie Lake-Gründer Alfio Lazzari sagt, ergänzen sich die beiden Firmen sehr gut, da sie bisher mit einem völlig unterschiedlichen Produktportfolio in unterschiedlichen Märkten unterwegs waren. Lazzari: "Wir sind Tradeware noch kein einziges Mal im Markt begegnet." Ein weiterer Unterschied sticht ins Auge: Lake Solutions ist Technologie-orientiert und hat eine relativ starke Consulting-Mannschaft, während Tradeware im Finanzsektor bekannte Stärken im Verkauf hat.
Für Tradeware hat das Bündnis mit Lake zudem den Vorteil, dass man sich von der Abhängigkeit vom Schicksal von Sun Microsystems tendenziell etwas befreien kann.
Eine Fusion der beiden Firmen oder die Übernahme des einen durch den anderen Partner ist, so Lazzari, "zur Zeit kein Thema."
Tatsächlich liegt die "industrielle Logik" der Partnerschaft zwischen Tradeware und Lake Solutions, so sie dann tatsächlich in der Praxis umgesetzt wird, auf der Hand. Die Kunden von Tradeware werden auch Bedarf nach Storage-Lösungen von anderen Anbietern haben, während Tradeware versuchen kann, bei den Kunden von Lake Solutions einen Fuss in die Türe zu bekommen. (Christoph Hugenschmidt)

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