Tragisches Ende eines hoffnungsvollen Schweizer E-Business-Vorreiters

21. April 2006, 09:29
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    Signpool GmbH insolvent

    Signpool GmbH insolvent
    Die Effretiker SignPool GmbH - nicht zu verwechseln mit der Baarer SignPool Group AG - musste vor einer Woche Insolvenz anmelden. Die Firma versuchte sich während zweier Jahr mit Dienstleistungen im Umfeld von medienbruchfreien Prozessen im Schweizer Markt zu etablieren. Gescheitert ist das etwa 10-köpfige Unternehmen an einem Ur-schweizerischen Phänomen: "E-Government", "E-Health", "E-Irgendwas", wie etwa die flächendeckende Einführung von Geschäftsprozessen mit digitalen Signaturen, will und will nicht vorwärts kommen.
    Wie Michael Vetterli von SignPool sagt, hatte die Schweiz alleine schon bei der gesetzlichen Verankerung der digitalen Signaturen (ZertEs) einen Rückstand von drei bis vier Jahren gegenüber den Nachbarländern. "Wir konnten als SignPool GmbH zwar Wissen vermitteln, beispielsweise mit der Mitarbeit beim Verein eCH, doch wurden die konkreten Projekte immer wieder verschoben. Das Thema entwickelt sich in der Schweiz sehr schleppend," sagt Vetterli.
    Alleine in den letzten Monaten wurden drei grosse Projekte, an denen SignPool GmbH hätte mitarbeiten sollen, verschoben, erzählt Vetterli. So ist der Firma dann letztlich der "Schnauf ausgegangen".
    SignPool Group AG weiterhin Distributor von OpenLimit
    Vom Untergang der SignPool GmbH nicht betroffen ist die gleichnamige Aktiengesellschaft SignPool Group AG. Diese vertreibt europaweit die Software OpenLimit über "Value added Resellers" wie etwa die Zürcher AdNovum. Mit OpenLimit kann man sowohl Client- wie auch Serverseitig elektronische Signaturen verwalten und erstellen.
    OpenLimit besitzt gemäss Vetterli die höchst möglichen Anerkennungen. So ist die Software vom deutschen BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) anerkannt und erfüllt die "Common Criteria Evaluation nach EAL4+". (Christoph Hugenschmidt)

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