Travail.Suisse: Arbeitnehmer sind immer unzufriedener

12. November 2019, 10:53
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In der IKT-Branche ist die Zufriedenheit schweizweit am höchsten. Aber man fürchtet sich, wie in den übrigen Branchen, mehr vor der Digitalisierung.

In der IKT-Branche ist die Zufriedenheit schweizweit am höchsten. Aber man fürchtet sich, wie in den übrigen Branchen, mehr vor der Digitalisierung.
Schweizer Arbeitnehmer fühlen sich in Sachen Gesundheit und Sicherheit unwohl, so eine Schweizer Studie. Auch die Motivation hat abgenommen. Besonders zu Buche schlugen laut "Barometer Gute Arbeit" Stress, emotionale Erschöpfung, Sorgen um den Arbeitsplatz und Unzufriedenheit mit dem Lohn. Bemängelt wurden von den befragten Arbeitnehmern auch die Chancen auf eine Weiterbildung.
Die Bewertungen seien so schlecht ausgefallen, wie noch nie seit der Lancierung der Studien-Reihe im Jahr 2015, schreibt der Gewerkschafts-Dachverband Travail.Suisse in einer Mitteilung. Generell würde die Arbeit aber nach wie vor als gut, sinnstiftend und nützlich beurteilt.
Der schlechteste Wert wurde beim Thema Stress registriert. Etwas über 40 Prozent der Befragten sagten, dass sie sich oft oder gar sehr häufig gestresst fühlen. Das ist eine Zunahme von 2,3 Prozent im Jahresvergleich.
Offenbar macht auch die Digitalisierung mehr Sorgen als auch schon. 14,3 Prozent der Befragten halten die Gefahr, dass ihr Arbeitsplatz in den nächsten zehn Jahren durch digitale Technologien ersetzt wird, für hoch oder sehr hoch. Das ist eine Zunahme von über drei Prozent im Vergleich zu 2017.
IKT-Branche erzielt Spitzenwert
Wie bereits letztes Jahr waren die Angestellten in der Informations- und Kommunikationsbranche am zufriedensten: Sie erzielt einen Indexwert von fast 69 Punkten. 100 Punkte hiesse, mit allem zufrieden zu sein. Besonders die individuelle Wertschätzung wurde mit 80 Punkten hoch bewertet. Am schlechtesten schnitten in der Branche hingegen Gesundheitsförderung (66 Punkte) und Perspektive (68 Punkte) ab.
Auch die langfristige Sicherheit der Arbeit wird von vielen in der Branche schlecht eingeschätzt und erzielte nur 68 Punkte. Denn interessanterweise sagten 18 Prozent, dass es eine hohe oder sehr hohe Bedrohung durch die Digitalisierung gebe. Das ist Platz drei hinter dem Detailhandel (26 Prozent) und dem Finanz- und Versicherungswesen (25 Prozent).
Immerhin etwas über ein Drittel der Befragten im Bereich Information und Kommunikation gaben an, dass ihre Arbeit mit dem Privatleben vereinbar sei. Damit finden sie sich etwa im Mittelfeld. Nur 16,1 Prozent sahen die Vereinbarkeit nicht gewährleistet.
Travail.Suisse hat die Berner Fachhochschule (BFH) die Umfrage bereits zum fünften Mal durchführen lassen. Die repräsentative Stichprobe wurde unter 1500 Angestellten aus allen Regionen der Schweiz erhoben. Die Studie kann von der Website des Dachverbands der Arbeitnehmer gratis bezogen werden. (ts)

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