Tritt das Ransomware-Opfer, wenn es schon am Boden liegt

8. Juni 2020 um 13:39
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Gemeine neue Ransomware-Variante im Umlauf.

Wie 'Bleepingcomputer' berichtet, hat der Security-Experte Michael Gillespie eine Ransomware beschrieben, die neu in Umlauf gesetzt wurde. Das besonders fiese an dieser Malware: Sie nimmt gezielt User aufs Korn, deren Files bereits von einer anderen Ransomware verschlüsselt wurden.
Bei letzterer handelt es sich um "Stop Djvu". Diese Ransomware zielt vor allem auf unvorsichtige Downloader ab. Sie versteckt sich in angeblich gecrackten Software-Paketen, die via Adware oder andere Methoden angeboten werden. Wenn jemand versucht, ein solches Paket zu installieren, werden seine Files verschlüsselt und die Angreifer verlangen ein Lösegeld von 500 Dollar für die Entschlüsselung. Laut ID-Ransomware ist Stop Djvu die Ransomware, die aktuell weltweit die meisten Computer befällt.
Die neue Ransomware Zorab tarnt sich nun als hilfreiches Entschlüsselungstool für Files, die von Stop Djvu verschlüsselt wurden. Wenn jemand versucht, das Entschlüsselungstool zu verwenden, werden seine bereits verschlüsselten Files aber ein zweites Mal verschlüsselt und das Opfer erhält eine weitere Erpressungsnotiz mit Anweisungen, wie die Erpresser kontaktiert werden können. Eine konkrete Summe, die zu bezahlen ist, wird nicht genannt.
Dass Stop-Djvu-Opfer nun auf diese neue Masche hereinfallen, könnte unter anderem daran liegen, dass tatsächlich ein legitimes Entschlüsselungstool für diese Ransomware existiert. Es funktioniert aber nur für ältere Versionen und wurde vom bereits erwähnten Michael Gillespie zusammen mit Emsisoft entwickelt.

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