Trotz Bedenken: Westschweizer ICT-Kräfte diskutieren auf Zoom über Corona

22. April 2020, 14:37
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Der Verband Alp ICT führt seinen Live-Talk für KMUs auf dem umstrittenen Video-Dienst durch. Zoom kündigt derweil ein verbessertes Update an.

Der Westschweizer Verband Alp ICT, dem über 600 IT-Unternehmen angehören, führt seit kurzem jeden Donnerstag eine Diskussion durch, bei der sich Unternehmen über ihre Situation in der Corona-Krise austauschen können und Fragen beantwortet werden. Dieses Webinar wird von Alp ICT in Partnerschaft mit den kantonalen Ämtern und mit Unterstützung der Innovationsplattform Platinn organisiert.
Die zweite Ausgabe des Talks am Donnerstag 23. April widmet sich dem Thema "Anpassung von KMUs an Covid-19". Als Gast wird Yannick Guerdat, CEO von Artionet, aus dem Jura zugeschaltet. Die Teilnahme ist gratis, die Teilnehmenden erhalten dann einen entsprechenden Zoom-Link zum Live-Talk. Ausgerechnet auf Zoom wird über Corona-Strategien diskutiert, fragt man sich. Die Videokonferenz-Plattform steht seit Wochen in der Kritik von Regierungen, Behörden, Datenschützern und Security-Experten.
So wurde diese Woche bekannt, dass am Montag eine Veranstaltung der israelischen Botschaft in Berlin auf Zoom mit Hitler-Bildern und antisemitischen Parolen unterbrochen wurde. Der deutsche Aussenminister Heiko Maas verurteilte den Angriff auf die Online-Veranstaltung laut 'AFP' "als eine unbeschreibliche Schande".
Gemäss der Security-Firma Sonicwall Capture Labs ist auch ein gefälschtes Zoom-Installationsprogramm im Umlauf, das mit einem Crypto Currency Miner verbunden ist. Es enthält zwar auch ein korrektes Zoom-Installationspaket, damit User nicht bemerken, dass das Paket gefälscht war. Gleichzeitig wird aber auch der Miner installiert. Dieser greift auf die Ressourcen des befallenen Rechners zu, um Kryptowährungen zu schürfen.

Zoom kündigt Update 5.0 an

Zoom gab seinerseits heute Mittwoch weitere Schritte bei den Bemühungen um eine verbesserte Sicherheit bekannt. Das Update Zoom 5.0 soll in Kürze ausgerollt werden. Es sei "ein Meilenstein, im 90-Tage-Plan des Unternehmens, um die Sicherheits- und Datenschutzfunktionen seiner Plattform proaktiv zu identifizieren, und zu verbessern".
Durch die zusätzliche Unterstützung der AES-256-Bit-GCM-Verschlüsselung werde Zoom einen erhöhten Schutz der Sitzungsdaten und einen höheren Widerstand gegen Manipulationen bieten, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Zusätzlich sollen verschiedene neue Kontrollmöglichkeiten und Features für Nutzer eingeführt werden. So werde Zoom 5.0 eine neue Datenstruktur für grössere Organisationen unterstützen, die es ihnen ermöglichen soll, Kontakte über mehrere Konten hinweg zu verknüpfen, so dass Personen einfach und sicher Meetings suchen und finden können.
Weiter sollen ungebetene Konferenz-Gäste, die sogenannten "Zoom-Bomber", gemeldet werden können. "Mit diesem Feature können User einen Bericht an das Zoom-Sicherheitsteam schicken. Dadurch können wir den Missbrauch unserer Plattform aufhalten. Im Notfall werden wir die Accounts von bestimmten Nutzern blockieren", erklärt Zoom.

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