Trotz Corona-Krise ist die Jobsituation für ICT-Spezialisten komfortabel

15. Juni 2020 um 14:34
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Stellensuche leicht gemacht: In der Schweizer ICT-Branche gibt es derzeit viermal mehr offene Stellen als arbeitslose Fachkräfte, sagt ICTswitzerland.

Glaubt man Zahlen des Dachverbands der ICT-Branche, bestehen aktuell 16'534 offene Stellen im ICT-Berufsfeld der Schweiz. Dem stünden 4'305 arbeitslose Fachkräfte gegenüber, wie einer neuen Informationsplattform des Verbands namens "Facts and Figures zur digitalen Wirtschaft aus einer Hand" zu entnehmen ist. Konkret würden die Zahlen  auch den akuten Fachkräftemangel in den ICT-Berufen spiegeln.
Im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft, scheint die Situation der Informatiker in Zeiten von Corona zumindest auf den ersten Blick sehr komfortabel. Schaut man sich hingegen auch die kürzlich vorgelegten Seco-Arbeitsmarktzahlen an, trübt sich das Bild rasch ein. Denn demnach waren im Mai 2020 über ein Drittel mehr IT-Fachleute arbeitslos als vor einem Jahr.
Bemerkenswert an den nun von ICTswitzerland vorgelegten Zahlen ist jedoch, dass die seit vielen Jahren so krisenfeste ICT-Arbeitsmarktsituation doch hart von den Corona-Auswirkungen tangiert wurde. Denn seit April 2020 ist die Zahl der offenen Stellen um gut 7% gesunken, während die Anzahl Arbeitslose im selben Zeitraum um 571 Personen anstieg.
Insgesamt stünden derzeit 242'600 Informatiker im Einsatz, heisst es weiter, das seien 52% oder 83'200 Spezialisten mehr als noch vor 10 Jahren.

Neue Plattform "für ganzheitlichen Blick"

Interessant sind zudem einige Angaben im Themenbereich "Bildung" der Plattform. Dort ist ausgewiesen, dass nach wie vor 9 Mal mehr Männer eine ICT-Grundausbildung abschliessen als Frauen (2018: 1990 Männer, 220 Frauen).
Der Dachverband der Schweizer ICT-Wirtschaft versteht seine Onlineplattform als "einen unabhängigen und ganzheitlichen" Blick auf die Branche. Adressiert werde damit die breite Öffentlichkeit und keineswegs nur Spezialisten. Aufgrund der breit angelegten Datenbasis könnten so "sämtliche Trends und zentralen Kennzahlen" online abgerufen und verwendet werden.
Konkret umfasse das Angebot sechs Themenbereiche: Arbeitsmarktsituation, Beschäftigungsstruktur, Bildung, Bildungsbedarf, Branche und Cybersecurity. Aufgrund der jeweils hinterlegten Daten sollen sich nicht nur aktuelle Entwicklungen einordnen, sondern auch Stärken und Schwächen der Schweiz in zentralen Bereichen der Digitalisierung analysieren lassen. Darum werde die Plattform monatlich im Auftrag von ICTswitzerland durch den Ökonomen Nils Braun-Dubler vom Institut für Wirtschaftsstudien Basel (IWSB) geprüft und aktualisiert.

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