Trotz erstem Flop: Baloise findet Blockchain weiterhin "brandaktuell"

21. Juni 2018, 12:39
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Vorprojekt mit Daten von Pensionskassen-Versicherten wurde wegen explodierenden Ethereum-Transaktionskosten eingestellt.

Vorprojekt mit Daten von Pensionskassen-Versicherten wurde wegen explodierenden Ethereum-Transaktionskosten eingestellt.
Die Baloise Versicherung hat ein im letzten Jahr gestartetes Blockchain-Proof-of-Concept-Projekt im Zusammenhang mit der Übermittlung von Daten von Pensionskassenversicherten gestoppt. Adrian Honegger, Head Group Strategy and Digital Transformation bei Baloise, hat dies bereits in einem auf inside-it.ch vor einem Monat publizierten Interview am Rande erwähnt.
Nun ist das Thema von der Nachrichtenagentur 'awp' wieder aufgegriffen worden. Diese konnte sich mit Projektverantwortlichen unterhalten, welche die Hintergründe des Abbruchs erklärten. Demnach ging es beim Projekt darum, Daten von Versicherten, die ihre Pensionskasse wechseln, unter den Kassen elektronisch auszutauschen. Bisher geht für diesen Datenaustausch noch viel Papier hin und her.
Als Basis für das Projekt wurde die öffentliche Ethereum-Blockchain gewählt. Auf dieser werden unter anderem Transaktionen mit der Kryptowährung Ether festgehalten, man kann darüber aber auch via Smart Contracts reine Daten austauschen.
Trotzdem werden aber auch für den reinen Datentausch Transaktionskosten fällig. Und genau darüber ist das Baloise-Vorprojekt gestolpert, wie 'awp' aufgrund der Aussagen der Projektverantwortlichen berichtet. Wie Roberto Brunazzi, Sprecher der Baloise Group gegenüber inside-it.ch präzisierte, lagen die Transaktionskosten auf der Ethereum-Blockchain beim Projektstart rund 20 Mal tiefer als zum Zeitpunkt, als man sich zum Projektabbruch entschloss. Dadurch habe sich das Projekt schlicht nicht mehr gerechnet.
Wie Roberto Brunazzi gegenüber inside-it.ch betonte, bedeute dies keineswegs ein Ende der Blockchain-Initiativen bei Baloise. Im Gegenteil, man finde das Thema weiterhin "brandaktuell". Teams des Versicherers seien nach wie vor damit beschäftigt, weitere Blockchain-basierte Lösungen auszuloten.
Unsere Grafik (oben) zeigt den Verlauf der Transaktionsgebühren für Ethereum. Diese sind ab dem Frühjahr 2017 gestiegen und gleichzeitig sehr viel volatiler als in den Jahren zuvor. Dies dürfte auch für andere Blockchain-Projekte, die auf der Ethereum-Blockchain basieren, ein grosses Problem darstellen. (hjm)

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