Trump bestätigt einen Cyberangriff gegen Russland

13. Juli 2020, 11:00
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Erstmals bestätigt der amerikanische Präsident einen Cyberangriff gegen Russland. Er ereignete sich 2018.

US-Präsident Donald Trump hat nach einem Bericht der 'Washington Post' erstmals einen US-Cyberangriff gegen Russland im Jahre 2018 zugegeben. Ziel sei die "Internet Forschungsagentur" in St. Petersburg gewesen, die als Trollfabrik gelte und für die russische Einmischung in die Präsidentenwahl 2016 verantwortlich gemacht werde, schrieb die Zeitung. 
Auf die Frage, ob er den Angriff gestartet habe, so die Zeitung, antwortete Trump: "Korrekt." Berichte darüber hatte es zwar schon gegeben, sie waren bislang aber nie offiziell bestätigt worden. 
Die "Internet Forschungsagentur" hat demnach auch versucht, die Kongresswahlen (Midterms) im November 2018 zu manipulieren. "Wir haben das beendet", sagte Trump in dem Interview (Paywall). Nach Informationen der 'Washington Post' war der US-Cyberangriff seinerzeit erfolgreich: Die von einem russischen Oligarchen mit guten Verbindungen zum Kreml betriebene Trollfabrik sei vom Netz getrennt worden.
Russland hatte sich nach Überzeugung der US-Geheimdienste 2016 zugunsten des republikanischen Kandidaten Trump in den Wahlkampf eingemischt. Trump bestreitet das. Republikaner legten die Erkenntnisse der Geheimdienste so aus, dass Russland vor allem Chaos und Verunsicherung stiften wollte, nicht aber einen bestimmten Kandidaten unterstützte.
Bei der Russland-Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller war später geprüft worden, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gab – und ob Trump die Justiz behindert hat. Für den ersten Punkt fand Mueller in seinem im März 2019 vorgestellten Abschlussbericht keine Beweise, den zweiten liess er offen. Er betonte zugleich, dass er Trump damit nicht vom Vorwurf der Justizbehinderung entlaste. Trump hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und von einer "Hexenjagd" gesprochen.

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