TSMC rechnet noch bis 2022 mit Chip-Knappheit

14. Oktober 2021, 15:27
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100 Milliarden US-Dollar will der weltgrösste Chiph­ersteller in den Ausbau der Produktions­kapazitäten stecken.

Der weltgrösste Chipfertiger TSMC rechnet auch für das kommende Jahr mit knappen Produktionskapazitäten für Halbleiter. Die Nachfrage ist ungebrochen: Der taiwanesische Konzern erwartet, dass der Umsatz in diesem Jahr in US-Dollar gerechnet im Jahresvergleich um 24% steigt.
Der Chipbedarf steige noch stärker an als bisher erwartet, sagte Konzernchef C.C. Wei. Die Kapazität bleibe dieses und auch über das nächste Jahr knapp. Damit könnte sich die Knappheit elektronischer Bauteile in vielen Branchen wie etwa der Autoindustrie noch lange hinziehen.
In den Monaten von Juli bis Ende September verdiente TSMC unter dem Strich mit 156,3 Milliarden taiwanesischen Dollar (rund 5,1 Milliarden Franken) rund 14% mehr als ein Jahr zuvor und auch mehr als von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um 16,3% auf ein Rekordniveau von 414,7 Milliarden taiwanesischen Dollar.
Laut Medienberichten vom August plant der Konzern Ende 2021 oder Anfang 2022 eine Preiserhöhung um bis zu 20%. TSMC und weitere Halbleiterunternehmen haben demnach ihre Preise zwischen letztem Herbst und diesem Frühjahr bereits um mehr als 10% erhöht.

Investitionen in neue Fabriken geplant

TSMC hat über die nächsten drei Jahre Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar eingeplant, um die Kapazitäten auszubauen. In diesem Jahr dürften davon nach wie vor etwa 30 Milliarden anfallen. 2022 will TSMC laut Wei in Japan den Neubau einer Fabrik starten, die Produktion soll dann spät im Jahr 2024 anlaufen.
Der Aufbau neuer Kapazitäten in der Branche ist kostspielig und langwierig. Auch die Konkurrenten stecken derzeit Milliarden in neue Maschinen zur Chipherstellung.
Das Thema beschäftigt auch die EU, denn Europa ist auf Importe angewiesen. Die Europäische Union plant eine Allianz und will die Kräfte der heimischen Branchengrössen STMicroelectronics, NXP, Infineon und ASML bündeln. So soll die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern verringert werden. 

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