Turbo-Inkjet: Tausend Seiten pro Minute

25. September 2006, 13:23
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    Für In-Store-Buchdruckereien und personalisierte Zeitungen.

    Für In-Store-Buchdruckereien und personalisierte Zeitungen.
    'pressetext' hat auf PhysOrg.com einen Artikel aufgestöbert, in dem ein Tintenstrahldrucker vorgestellt wird, der tausend Seiten pro Minute drucken soll. Es handelt sich dabei zwar bloss um ein Projekt mit dem Namen JetTrix, und ein Serienmodell soll frühestens in zwei Jahren angeboten werden, trotzdem lässt die massive Geschwindigkeit, mit der man damit drucken soll, aufhorchen.
    Die Technologie wurde Mitte August von den beiden israelischen Ingenieuren Moshe Einat und Nissim Einat in der Fachpublikation 'Applied Physics Letters' beschrieben. Laut PhysOrg.com funktioniert der Druckkopf ähnlich wie ein Flüssigkristallbildschirm (LCD). Während ein LCD Licht-Pixel produziert, spritzt der JeTrix-Druckkopf Tinte. Der Druckkopf ist zwar klein, kann aber auch grösser produziert werden, etwa in der Grösse eines Blattes Papier. Damit kann eine Seite auf einmal gedruckt werden.
    Gemäss Einat könne man sich die Entwicklung als "Tinte abgebenden Bildschirm" vorstellen. Der Prototyp bestehe aus einer zwölf mal zwölf Quadratzentimeter grossen Matrix, auf der rund 57'600 kleine Tintendrüsen Platz finden. Vier Drüsen werden jeweils durch ein Tintenreservoir versorgt, das eine Grundfläche von ein mal ein Millimeter hat und einen halben Millimeter hoch ist.
    Die Entwickler glauben an viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten für den Drucker. Beispielsweise stellen sie sich In-Store-Buchdruckereien vor, wo ein Buch im Laden speziell auf Kundenwunsch gedruckt wird. Oder es könnten "personalisierte" Zeitungen gedruckt werden – mit bevorzugten Themen und zielgerichteter Werbung.
    Im Artikel wird nicht erwähnt, wie der Drucker tausend Seiten in nur 60 Sekunden herausspucken soll. Selbst beim vergleichsweise "langsamen" Prototypen von Brother und Kyocera namens Cobra kämpfen die Ingenieure mit Problemen bei der Papierzufuhr. Zudem stellt sich noch die Frage, wie teuer das Verbrauchsmaterial für den Drucker sein wird. (mim)

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