Turbulenzen bei Media-Saturn

28. Januar 2013, 10:07
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Bei Media Markt und Saturn ging es in den letzten Tagen turbulent zu und her. Einerseits zieht sich Firmengründer Stiefel zurück, andererseits gab es in Österreich eine Razzia.

Bei Media Markt und Saturn ging es in den letzten Tagen turbulent zu und her. Einerseits zieht sich Firmengründer Stiefel zurück, andererseits gab es in Österreich eine Razzia.
Heute Morgen wurde bekannt, dass Leopold Stiefel seine Media-Saturn-Anteile an den Mehrheitsaktionär Metro verkauft. Der 67-jährige Media-Markt-Gründer hatte in den letzten Jahren bei strategischen Fragen oft sein Veto eingelegt, was vor allem die Geschäftsführung zu spüren bekam. Stiefel und seine Familie verkaufen nun ihre Media-Saturn-Anteile in der Höhe von 2,97 Prozent an Metro. Die Vertragsverhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Medienberichten zufolge ist das Aktienpaket 230 Millionen Euro wert.
Damit verliert der andere Firmengründer, Erich Kellerhals, seinen wichtigsten Verbündeten. Kellerhals hält aktuell 21,6 Prozent an dem Elektronikfachhändler. Auch Kellerhals befindet sich mit dem Metro-Management seit längerem im Clinch über den Kurs von Media-Saturn. Für wichtige Entscheidungen braucht das Management eine Mehrheit von 80 Prozent. Das heisst, dass auch mit dem Weggang von Stiefel der Machtkampf anhalten wird.
Vermutete Preisabsprache in Österreich
Media-Saturn geriet bereits Ende vergangener Woche in die Schlagzeilen. Österreichische Kartellwächter haben Filialen des Elektronikhändlers durchsucht. Sie vermuten Preisabsprachen mit dem Hersteller Philips bei Unterhaltungs- und Haushaltsgeräten. Beamten hatten bereits Anfang Januar Filialen von Media-Saturn durchsucht, wie 'Die Presse' schreibt.
Die Vermutung: Media Markt und Saturn sollen in Absprachen mit Herstellern verhindert haben, dass Onlinehändler Produkte günstiger anbieten. Die Onlinehändler berichteten, sie hätten aufgrund ihrer tiefen Preise Probleme mit dem Hersteller Philips bekommen: Sie seien verspätet beliefert worden.
Media-Saturn und Philips haben gegenüber der Tageszeitung die Hausdurchsuchungen bestätigt und "volle Kooperationsbereitschaft mit den Behörden" zugesichert. (mim)

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