Twitter bald sieben Milliarden Dollar wert

6. Juli 2011, 11:10
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Während andere Internetfirmen für weiteres Wachstum an die Börse gehen, treibt Twitter Geld noch immer bei privaten Investoren auf.

Während andere Internetfirmen für weiteres Wachstum an die Börse gehen, treibt Twitter Geld noch immer bei privaten Investoren auf. In der nächsten Runde sollen es abermals Hunderte von Millionen Dollar sein, womit die erst 2006 gegründete Mikroblogging-Plattform dann laut 'Wall Street Journal' (WSJ) auf einen Marktwert von sieben Milliarden Dollar taxiert werden dürfte.
Das wären fast doppelt so viel wie die 3,7 Milliarden Dollar, auf die die Venture-Capital-Firma Kleiner Perkins Caulfield & Byers Twitter beim Aufbringen von 200 Millionen Dollar vor sieben Monaten geschätzt hat. In der neuen Runde ist nicht klar, wer die Investoren sein werden. Ein Twitter-Sprecher in San Francisco wollte sich laut 'WSJ' nicht zur Finanzlage des Unternehmens äussern.
Twitter ist viel kleiner als viele andere aufsteigende Sterne am Internethimmel, denn das Unternehmen zählt nur rund 500 Mitarbeitende und hatte bis vor kurzem auch nur ein sehr schlankes Management. Der neue CEO Dick Costolo, der im Herbst 2010 das Ruder übernahm, arbeitet aber daran, ein starkes Führungsteam aufzubauen und stockt auch an der Werbefront mächtig auf. Die Zahl der Twitter-Nutzer wächst in atemberaubendem Tempo. Gerade mal fünf Jahre alt, zählt das Unternehmen schon mehr als 200 Millionen registrierte Nutzerkonten und kam im Mai 2011 auf 139 Millionen Einzelbesuche (Unique Visits) nach 90 Millionen ein Jahr zuvor. Auch werbemässig kann Twitter kräftig wachsen. Laut eMarketer wird das Unternehmen die Online-Werbeeinnahmen dieses Jahr von 45 auf 150 Millionen Dollar mehr als verdreifachen. Zynga kam dagegen im vergangenen Jahr auf einen Reinertrag von 91 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 597 Millionen Dollar, Groupon hat allein fürs erste Quartal dieses Jahres einen Umsatz von 644,7 Millionen Dollar vermeldet, obwohl das Unternehmen immer noch in den Roten arbeitet.
Twitter müsse bei allem Erfolg noch an seinem Geschäftsmodell feilen, weshalb es sehr sinnvoll sei, privat geführt zu bleiben und nicht so schnell an die Börse zu gehen, sagte Tony Florence, Partner der Private-Equity-Gesellschaft New Enterprise Associates. (kh)

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