Uber will E-Commerce-Logistik aufmischen

17. Dezember 2015, 15:51
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Taxiunternehmen fürchten Uber. Müssen dies in Zukunft auch Amazon oder Digitec und Logistikunternehmen von der Post bis zum Velokurier tun? Oder finden sie einen neuen Partner?

Taxiunternehmen fürchten Uber. Müssen dies in Zukunft auch Amazon oder Digitec und Logistikunternehmen von der Post bis zum Velokurier tun? Oder finden sie einen neuen Partner?
Uber ist mit seiner App bisher vor allem weltweit die grosse Feindfigur für die Taxibranche. Das Unternehmen hat aber selbst schon lange erklärt, dass es sich nicht als Anbieter einer Car-Sharing-App sieht, sondern als Logistikunternehmen der digitalen Ära.
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Konkreter wurde dies aber erst in diesem Oktober mit dem offiziellen Launch von UberRUSH. Dieser neue Uber-Service ist eine Alternative zu anderen Lieferservices (oder eigene Angestellte) für Händler mit Ladengeschäften. Diese können UberRUSH in den Checkout-Vorgang ihrer Online-Sites integrieren. Kunden können so bestellte Waren durch bei Uber registrierte Fahrer oder auch Velokuriere liefern lassen. Ist der Laden in der Nähe des Kunden, ist die Lieferung viel schneller, als sie für grosse Online-Händler mit zentralen Lagern möglich ist. UberRUSH wird gegenwärtig von einigen geschäften in New York, San Francisco und Chicago benützt.
Partnerschaft mit Kaufberatungs-Startup
Vor kurzem hat Uber zusätzlich UberEATS vorgestellt. Auch dabei handelt es sich um einen Lieferservice, der aber, wie der Name schon sagt, auf Restaurants spezialisiert ist. Zusätzlich zum Service für die Restaurants gibt es hier noch eine App, mittels derer Konsumenten UberEATS-Retaurants finden können. Solche gibt es bereits in einigen US-Städten, sowie in Europa in Paris.
Gestern hat Uber nun eine Partnerschaft mit einem Startup namens Operator.
Anwender können über die Operator-App mit (menschlichen) Beratern kommunizieren und ihnen via Chat einen groben Wunsch schildern. Zum Beispiel: "Ich hätte gerne möglichst schnell ein Tablet, dass dies und jenes kann, stylish ist und nicht zu viel kostet". Der Berater recherchiert dann Produkte und Preise und macht eine Empfehlung. Wenn der Kunde sich für ein Produkt entscheidet, kauft es der Operator-Berater online oder per Telefon beim betreffenden Geschäft ein und organisiert die Lieferung. Im Rahmen der Partnerschaft sollen nun UberRUSH-Kuriere die Produkte abholen und beim Kunden ausliefern.
Händler, sowohl Einzelgeschäfte als auch grosse Ladenketten, können damit sozusagen ohne eigenes Zutun zu einem "Lieferung in einer Stunde"-Service kommen.
UberRUSH will laut 'TechCrunch' 20 bis 25 Prozent der Liefergebühren einbehalten, den Rest erhalten die Kuriere. Operator stellt den Kunden selbst eine Rechnung, verspricht aber, dass die Waren nicht teurer seien, als wenn der Kunde selbst einkauft. Darüber, wie Operator finanziert werden soll, fanden wir keine Angaben.
Uber und Operator glauben, zusammen sogar Amazon Sorgen bereiten zu können. Eine derart schnelle Lieferung, so Operator-CEO Robin Chan, könnten grosse Online-Händler, die von zentralen Lagern aus liefern, gar nie schaffen: "Ein paar Häuserblocks statt viele Meilen, das ist ein Unterschied." Und, so Chan vollmundig: "Operator plus UberRUSH, das ist eine Logistik- und E-Commerce-Lösung von heute, nicht eine, die Amazon vor fünfzehn Jahren gebaut hat." Wenn er seine Bemerkungen auf die Schweiz gemünzt hätte, hätte er statt Amazon wohl Digitec, Brack oder Microspot genannt.
Vorerst testet Uber in den USA, wenn seine Services dort Erfolg haben, dürfte aber schon bald ein globaler Rollout folgen. (hjm)

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