UBS baut Offshore-Kapazitäten aus

9. Juli 2007, 15:10
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Magerere Zeiten für IT-Zulieferer von UBS? Auswirkungen auf hiesige UBS-IT-Abteilungen nicht quantifizierbar.

Magerere Zeiten für IT-Zulieferer von UBS? Auswirkungen auf hiesige UBS-IT-Abteilungen nicht quantifizierbar.
Die Grossbank UBS investiert dieses Jahr weitere 65 Millionen Dollar in den Ausbau des Service-Centers in Hyderabad im indischen Staat Andrah Pradesh. Dies gab UBS-Finanzchef Clive Standish anlässlich der Eröffnung des Offshore-Dienstleistungszentrums vergangene Woche in Hyderabad bekannt. UBS will den Personalbestand in Hyderabad von heute 1'100 Mitarbeitenden innert den nächsten 24 Monaten auf 2'500 mehr als verdoppeln. Noch 2007 will UBS 750 neue Mitarbeitende in Hyderabad anheuern. Dies sehr zur Freude von YS Rajasehkhara Reddy, dem Ministerpräsidenten von Andrah Pradesh, der der Eröffnung in persona beiwohnte.
Bis heute bietet das Dienstleistungszentrum der Grossbank bankenspezifische Dienstleistungen an. Dies soll sich mit dem Ausbau nun aber ändern, wie der Leiter des Zentrums, Vipul Khanna, gegenüber indischen Medien anlässlich der Eröffnung sagte. Das Service-Center soll für UBS künftig ebenfalls Software entwickeln und dabei vor allem externe Lieferanten ersetzen.
UBS-Sprecher Serge Steiner bestätigte gegenüber inside-it.ch die indischen Medienberichte in den groben Zügen. Ob und wenn ja welche Auswirkungen der doch beachtliche Aufbau von Offshore-Entwicklungskapazitäten auf lokale Zulieferer von UBS haben wird, konnte Steiner nicht sagen. Er betonte aber, dass gewisse Aufträge die Schweiz schon aus rechtlichen Gründen nicht verlassen werden.
"Kein Grund zur Panik"
Steiner: "Grundsätzlich ist es so, dass die einzelnen Geschäftsbereiche für ihre Kosten verantwortlich sind. Sie werden deshalb unsere Offshore-Service-Center von Fall zu Fall als Option prüfen. Kosten und die Verfügbarkeit von Talenten sind zwei von mehreren Faktoren." Es bestehe nun aber in der Schweiz "kein Grund zu Panik," fügte Steiner an, da die Dienstleistungen aus Hyderabad für den UBS-Konzern weltweit erbracht werden.
Steiners Aussagen sind durchaus nachvollziehbar. Trotzdem seien IT-Dienstleister mit vielen und wichtigen Aufträgen bei UBS gewarnt. Denn auch Credit Suisse hat vor zwei Jahren mit relativ kleinen Offshore-Projekten begonnen. Heute ist das Auftragsvolumen, das Credit Suisse in der Schweiz vergibt, massiv gesunken, wie da und dort unter IT-Dienstleistern zu hören ist.
Ebenfalls noch völlig offen sind die Auswirkungen des Ausbaus der Offshore-Kapazitäten von UBS auf die riesige interne IT-Abteilung. Die Zeitung "The Hindu" spricht auch von IT-Infrastruktur-Management, das auch aus Hyderabad heraus gemacht werden soll. (Christoph Hugenschmidt)
(Quellen für diese Story: Online Ausgaben von "The Hindu", "The Nerve", "The Financial Express", UBS)

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