UBS geht in die Azure-Cloud – aber wie weit?

26. April 2017, 15:30
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Eine geschäftskritische Applikation der Grossbank laufe bereits auf Azure, meldet Microsoft.

Eine geschäftskritische Applikation der Grossbank laufe bereits auf Azure, meldet Microsoft.
Von Microsoft hat uns gerade eine Medienmitteilung mit dem Titel "UBS setzt bei geschäftskritischen Technologien auf die Microsoft Cloud" erreicht. Leider konnten wir in der knappen Zeit vor Redaktionsschluss darüber keine weiteren Auskünfte mehr von UBS oder Microsoft einholen. Daher müssen wir diesen Artikel alleine auf die nicht sehr detaillierte Mitteilung stützen.
Die Schweizer Grossbank verwendet demnach Azure bereits für eine geschäftskritische Applikation, nämlich ihre Risikomanagement-Plattform. Diese erfordere eine enorme Rechenleistung, um täglich Millionen von Berechnungen durchzuführen. Das Ergebnis der Migration auf Azure sei eine Beschleunigung der Berechnungszeiten um 100 Prozent und eine Senkung der Infrastrukturkosten um 40 Prozent gewesen.
Aus der Mitteilung geht nicht hervor, wann die Migration durchführt wurde, beziehungsweise seit wann die Plattform produktiv auf Azure läuft oder wo auf der Welt sie nun betrieben wird. Auch ob und wenn ja welche Art von Kundendaten in Azure gespeichert werden, wissen wir noch nicht.
Nur ein erster Schritt?
Laut Microsoft soll die Risikomanagementplattform für UBS "im Zuge der strategischen Ausrichtung auf die Cloud lediglich einen ersten Schritt" darstellen. Zusammen mit Microsoft suche die Bank nach Möglichkeiten, weitere Geschäftsanwendungen in die Azure-Cloud zu verlagern.
Man kann also gespannt sein, ob und wie weitgehend UBS in Zukunft die Azure-Cloud weiter nützen will. Dafür könnte es diverse Varianten geben. Zum Beispiel statt der kompletten Auslagerung einer Applikation Datenhaltung vor Ort und nur Verarbeitung in der Cloud. Auch eine Nutzung des von T-Systems in Deutschland als "Daten-Treuhänder" überwachten Azure-RZs und diverse weitere Varianten kämen in Frage.
"Die Erhöhung der Flexibilität und Skalierbarkeit unserer technologischen Infrastruktur ist von entscheidender Bedeutung für die Strategie der Bank", wird Paul McEwen, Group Head of Technology Services bei UBS, in der Microsoft-Mitteilung zitiert. Und laut Microsoft scheint McEwen in Sachen Cloud ziemlich von den Vorzügen der Microsoft-Plattform überzeugt zu sein: "Mit Microsoft Azure setzen wir auf die branchenführende Cloud-Plattform in Bezug auf Innovation, Technologie und Sicherheit, aber auch im Hinblick auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen – ein Aspekt, der für uns als Schweizer Finanzinstitut von grosser Bedeutung ist."
De Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen habe für die UBS bei der Entscheidung für Azure eine wesentliche Rolle gespielt, sagt Microsoft. Das "Financial Services Compliance Program" von Microsoft, so lobt sich der Softwareriese selbst, ermögliche es Unternehmen und Aufsichtsbehörden, die Cloud-Systeme, Dienste und Prozesse von Microsoft eingehend zu prüfen. Dies garantiere UBS und den Aufsichtsbehörden, dass Microsoft die richtigen Schritte zur Datensicherung und Risikominderung unternommen habe. (Hans Jörg Maron)

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