UBS will sich Tech-Startups zusammenkaufen

28. Oktober 2020, 13:54
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Nicht nur Inhouse-Entwicklung, sondern auch Investment: Die Grossbank lanciert "UBS Next" nach dem Vorbild eines Schweizer Versicherungskonzerns.

Die UBS plant, 200 Millionen Dollar in Tech-Firmen zu investieren. Dies meldet die Grossbank. Das "UBS Next" geheissene Vehikel soll nicht direkt in Profiten für Kunden resultieren, sondern man kauft Ideen, Know-how, IP und Technologien zusammen. "UBS Next ist ein weiterer Schritt zur Beschleunigung unserer Innovationsbemühungen sowie zur Identifizierung und Anwendung der neuesten Technologien für unsere Kundengeschäfte", sagt Mike Dargan, Head Group Technology, also CIO.
Eine ungenannte Summe des Geldes fliesst in Anthemis, einen Venture Capital Fonds im Technologie-Sektor. "Mit unseren Investitionen durch die enge Zusammenarbeit mit Anthemis erweitern wir unseren Zugang zu Fintech-Startups", erläutert Dargan.
Anthemis gehört laut Rankings zu den aktivsten VC-Firmen in Europa, hat in Currencycloud, eToro, Tide oder Truelayer investiert und habe über 100 Firmen im Portfolio. Der Schwerpunkt liege bei Insurtech, schreibt 'Sifted'. Zudem zeigt man sich stolz auf den Frauenanteil im Team und bei den Fintechs, in die man investiert.
Bemerkenswert: Die VC-Firma führt zusammen mit der Baloise eine Investment-Partnerschaft unter dem Namen Anthemis Baloise Strategic Ventures (ABSV), welche eine ähnliche Strategie verfolgt.
Interessiert ist die UBS an Early-Stage-Fintechs und an Co-Innovation, aber Dargan will mit den Zukäufen auch den grossen Schritt der UBS von Legacy-Technologien in die Zukunft schaffen: Public Cloud, Microservices-Architekturen und KI sind laut Mitteilung von speziellem Interesse für die UBS. Erste Direktinvestitionen würden aktuell geprüft, heisst es.
Die 200 Millionen-Dollar-Initiative ergänze die bisherigen Aktivitäten wie die bankeigenen "Innovation Labs" und "Digital Factories", erklärt Sabine Keller-Busse, Group Chief Operating Officer und President UBS Europe, Middle East and Africa "The Big Picture".
Und nein, die Grossbank will keine weiteren Geldgeber an Bord holen: "UBS Next wird ausschliesslich von der UBS finanziert".

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