Über 600 Millionen Franken Umsatz für SAP Schweiz

24. Januar 2007, 09:51
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Der Schweizer ERP-Überflieger steigt noch höher: Umsatzsprung um 18 Prozent.

Der Schweizer ERP-Überflieger steigt noch höher: Umsatzsprung um 18 Prozent.
Konzernweit gesehen hat der ERP-Riese SAP gewisse Sorgen, zumindest wenn es um das diffizile Verhältnis zu Finanzananalysten und Investoren geht. Der Konzern kann zwar für das letzte Quartal und das Geschäftsjahr 2006 solides Umsatz- und Gewinnwachstum vorweisen (siehe unten). Aber eben: Die Finanzgemeinde hätte noch etwas mehr erwartet. Insbesondere, so berichtet das 'Wall Street Journal', warte man auf Erklärungen, wieso der Marktriese SAP, ähnlich wie Oracle, nicht so stark vom weltweit boomenden ERP-Markt profitieren könne, wie manche "flinke Start-Ups". (Die Frage gibt wohl schon eine halbe Antwort.)
Ein schon fast Start-Up-mässiges Wachstum kann allerdings die Schweizer Niederlassung von SAP vorweisen, und das obwohl SAP in der Schweiz bereits mit grossem Abstand der Marktführer im ERP-Business war. Im letzten Jahr stieg der Umsatz von SAP Schweiz um 18,5 Prozent auf 613,3 Millionen Franken, wie das Unternehmen heute mitteilte. Per Ende Jahr beschäftigte SAP Schweiz 550 Mitarbeitende.
Dies kommt nach einem keineswegs schwachen 2005: schon von 2004 auf 2005 stieg der SAP-Umsatz hierzulande um 17 Prozent.
Insgesamt dürfte SAP Schweiz damit den Umsatz-Vorsprung auf die grösseren Konkurrenten im Schweizer ERP-Geschäft letztes Jahr noch einmal deutlich ausgebaut haben. Der Produktumsatz (Lizenzumsätze plus Wartungsumsätze), so dividiert SAP Schweiz die Zahlen von 2006 noch auseinander, stieg um 16,7 Prozent auf 411,9 Millionen Franken. Der Umsatz von SAP Services stieg um 21 Prozent, also noch etwas stärker. Volker Merk, Managing Director von SAP Schweiz, führt dies unter anderem auf die Nachfrage nach Consulting zum Thema SOA (Service orientierte Architektur) vielen Schweizer Grossunternehmen zurück.
Aber auch bei KMU ist SAP in der Schweiz inzwischen ein grösserer Player. Gemäss Merk konnte SAP hierzulande 180 neue KMU-Kunden verzeichnen, und KMU machen heute mengenmässig über zwei Drittel aller Schweizer SAP Kunden aus. Auch im KMU-Bereich wird SAP übrigens das Thema SOA, wie wie bereits berichtet haben, in Zukunft stärker forcieren.
Konzern verpasst einige Ziele
Konzernweit stieg der Umsatz im letzten Quartal 2006 verglichen mit dem Q4 2005 um 7 Prozent auf 3 Milliarden Euro und das Konzernergebnis um 29 Prozent auf 799 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2006 ergab sich so eine Umsatzsteigerung um 10 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro und ein Gewinnwachstum um 25 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Etwas enttäuschend waren dabei vor die Entwicklung bei den Produktumsätzen. Diese stiegen um 11 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, SAP hatte aber ein Wachstum von 15 bis 17 Prozent prognostiziert.
Für 2007 rechnet SAP nun etwas vorsichtiger mit einem Wachstum der Produktumsätze von 12 bis 14 Prozent. Um das Wachstum anzukurbeln will der Softwareriese einen noch etwas grösseren Teil seiner Marge als bisher, nämlich zusätzlich 300 bis 400 Millionen Euro, investieren, um neue Geschäftsfelder aufzubauen. Die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Marketing gehörten schon in den letzten beiden Jahren zu den überproportional steigenden Ausgabeposten bei SAP. (Hans Jörg Maron)

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