Übernahmeschlacht im GPS-Business

8. November 2007, 10:55
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Um TeleAtlas, einem Hersteller von digitalem Kartenmaterial, ist eine Übernahmeschlacht entbrannt.

Um TeleAtlas, einem Hersteller von digitalem Kartenmaterial, ist eine Übernahmeschlacht entbrannt. Anfangs Oktober hatte TomTom, ein holländischer Hersteller von Satellitennavigationsgeräten, rund zwei Milliarden Euro für TeleAtlas geboten. Nach einem höheren Gegenangebot des Konkurrenten Garmin hat TomTom sein Angebot nun um fast die Hälfte auf rund 2,9 Milliarden Euro aufgestockt.
Der Preis liegt damit um 81 Prozent über dem Aktienkurs von TeleAtlas vor dem ersten offiziellen Gebot. Ob TomTom damit gewonnen hat, steht allerdings immer noch nicht fest. Garmin hat als erste Reaktion angekündigt, dass man nun noch einmal alle Optionen prüfen werde, inklusive einer weiteren Erhöhung der eigenen Offerte.
Hintergrund ist die Konsolidierung im boomenden GPS-Markt. In Westeuropa haben heute noch weniger als fünf Prozent der Handys eingebaute GPS-Chips, nach den prognosen der Marktforscher werden es aber 2011 schon fast 40 Prozent sein. Für GPS-Gerätehersteller macht es darum Sinn, sich vermehrt auch als Lieferant von Kartenmaterial und anderen Grunlagetechnologien zu betätigen, da der Markt für reine GPS-Geräte in Zukunft unter der Konkurrenz der Handys leiden dürfte.
Die Zahl der grossen internationalen Player auf dem Kartengebiet ist aber beschränkt - und Navteq, der grössten Konkurrent von TeleAtlas, ist bereits auf dem Weg in den Stall des finnischen Handyherstellers Nokia, der bereit ist, 8,1 Milliarden Euro für Navteq zu zahlen. (hjm)

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