Übernimmt jetzt Microsoft Nokia?

16. August 2011, 12:18
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Schon früher gab es Gerüchte, dass der neue Nokia-CEO Stephen Elop erhalten diese Gerüchte neuen Auftrieb. Es kam daher auch nicht von ungefähr, dass die Nokia-Aktie prompt einen Kursprung von 10 Prozent gemacht hat.
Ben Rooney vom 'Wall Street Journal‘ beleuchtet mit Analysten die Geschichte aus Microsoft-Sicht und fragt, warum der Softwareriese an Nokia interessiert sein könnte, nachdem Google im Begriff ist, sich für 12,5 Milliarden Dollar Motorola zu schnappen. Der Autor auch der Frage nach, ob Microsoft überhaupt zulassen könnte, dass Nokia an ein anderes Unternehmen fällt – falls es einen Interessenten gäbe, worauf es im Moment allerdings keine konkreten Hinweise gibt
Nachdem Microsoft den grössten Handy-Hersteller durch die strategische Allianz vom Frühjahr und dem bevorstehenden ersten Nokia Windows Phone schon so gut wie in der Tasche hat, erscheint eine Komplettübernahme für Rooney auf den ersten Blick kaum sinnvoll. Man sollte sich in dem Zusammenhang auch in Erinnerung rufen, dass BenQ 2005 gleich nach Bekanntwerden des Übernahmegebots für dieHandysparte von Siemens eine Reihe wichtiger OEM-Kunden abgesprungen, was schliesslich der Anfang vom Ende des Lieds war.
Abgesehen davon müsste Microsoft-Chef Steve Ballmer für den finnischen Riesen einiges mehr hinblättern als das, was Google mit Aufpreis für Motorola Mobility angeboten hat. Der Marktwert von Nokia hat sich zwar deutlich reduziert, liegt aber immer noch bei 14 Milliarden Dollar, zumal das Unternehmen sich zwar von vielen Mitarbeitern aus Forschung und Entwicklung trennen musste, aber nach wie zu den Top-Ideenschmieden gehört. Mit Prämie, dem börsenüblichen Übernahme-Aufpreis, wird Nokia Microsoft dem WSJ-Artikel zufolge rund 30 Milliarden Dollar kosten, reichlich viel, wenn man bedenkt, wie steil der Aktienkurs in letzter Zeit synchron zu den Marktanteilen in den Keller gerutscht ist.
Benedict Evans, Analyst bei Enders Analysis, wird daher mit den Worten zitiert, der einzige Grund, warum Microsoft Nokia kaufen wollen würde, wäre der, dass es kein Anderer tut. Angesichts des fallenden Nokia-Kurses ist die Gefahr für ihn nicht ausgeschlossen, womit Microsoft ein stärkerer Marktzugang mit Windows Phone für immer verschlossen wäre, so Evans. Wolle der Softwareriese die Garantie haben, dass Nokia Windows Phone treu bleibt, müsse er das Unternehmen in seinen Besitz bekommen, meint der Analyst.
Sein Kollege Horace Dediu, der früher als Analyst für Nokia tätig war, stellt fest, dass sein Ex-Auftraggeber völlig unterbewertet sei und daher ein attraktives Übernahmeziel. Wie Dediu es sieht, könnte Microsoft die Übernahme Nokias auch nutzen wie die vorgehaltene Möhre am Stock, um den Druck gegen das Android-Lager zu erhöhen. Denn mit Klagen gegen Hersteller wie HTC und Lizenzforderungen für Teile des Google-Betriebssystems Android mache der Softwaregigant jetzt schon mehr Umsatz als mit dem eigenen mobilen Betriebssystem.
Wenn Google wiederum Motorolas Handysparte übernimmt und mit dessen Patenten gestärkt die Android-Lizenznehmer in Schutz nimmt, würde Microsoft an Hebelwirkung gegen die Hersteller von Android-Smartphones verlieren, so Dedius Argumentationsstrang. Dennoch glaubt der Analyst nicht, dass Microsoft wirklich Nokia kaufen werde. Sein Kollege Evans beantwortet die Frage mit einer rhetorischen Gegenfrage: "Meinen Sie ich wäre mehr überrascht als über die Tatsache, dass Google im Begriff ist, Motorola zu kaufen?“ (Klaus Hauptfleisch)

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