UK: Gelöschte Polizei-Daten waren auf System von 1974 gespeichert

27. Mai 2021, 14:59
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Externe Spezialisten fordern, den 47-jährigen Mainframe zu ersetzen. Auch wenn er seine Dienste noch tue.

Eine "IT-Panne" führte bei der britischen Polizei im Januar dazu, dass Daten auf dem Police National Computer (PNC) gelöscht wurden. Darunter befanden sich auch DNA-Spuren und Fingerabdrücke. Nun wurde eruiert, dass der Fehler auf menschliches Versagen und das Management zurückgeht, wie in einem unabhängigen Bericht festgehalten wird. Darin wird aber auch der Ersatz des Mainframe gefordert, sein Baujahr: 1974.
Am 11. Januar 2021 waren über 200'000 Strafregistereinträge gelöscht worden, die mit fast 113'000 Personen verknüpft waren. Diese wurden innerhalb von 15 Wochen komplett wiederhergestellt, wie es im Bericht heisst. Man habe aber fast einen Monat gebraucht, um festzustellen, welche Aufzeichnungen überhaupt verloren gegangen waren.
Auf dem in London beheimateten PNC sind persönliche Daten von über 13 Millionen britischen Bürgerinnen und Bürgern gespeichert. So werden im System etwa Verhaftungen, Verurteilungen, Eigentum und Fahrzeugbesitz festgehalten. Es sei nach wie vor effektiv, um Hintergrundinformationen zu aufzuspüren, heisst es im Bericht.
Allerdings wird bemängelt, dass das Betriebsteam und dessen Fachwissen kaum von der Führung kontrolliert werden könne. Deshalb bestehe die Gefahr, dass dessen Arbeit vom Management einfach abgenickt werde. Zudem basiere der sichere Betrieb der Mainframes auf einer Wissensbasis, die immer schmaler werde.
Nun wird dem Innenministerium acht Wochen Zeit eingeräumt, um einen Plan für ein System vorzulegen, welches den 47-jährige PNC ersetzen könnte. Zugleich müsse aber das bestehende System widerstandsfähiger gemacht werden, heisst es im Bericht.
Die Review (PDF) wurde von einem Team des Home Office Digital, Data and Technology (DDaT) sowie zwei externen Polizeispezialisten erstellt. Das Home Office DDaT ist der IT-Dienstleister des britischen Innenministeriums.

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