Umgang mit Gebrauchtgeräten ist (zu) sorglos

7. Oktober 2015, 13:51
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Der relativ rasche Wechsel von Hardware führt dazu, dass zahlreiche Altgeräte via Amazon, eBay oder Gazelle weiterverkauft werden.

Der relativ rasche Wechsel von Hardware führt dazu, dass zahlreiche Altgeräte via Amazon, eBay oder Gazelle weiterverkauft werden. Für eine Studie, die der Datenretter Kroll Ontrack zusammen mit den Löschexperten von Blancco Technology in Deutschland, Großbritannien und USA durchgeführt hat, sind 20 gebrauchte Smartphones und 102 HDD- respektive SSD-Festplatten über solche Kanäle gekauft worden.
Dabei enthielten 16 Prozent der gebrauchten Smartphones noch Datenrestbestände, die auch bei 73 Prozent der Festplatten und 11 Prozent der SSD zu finden waren. E-Mails seien genauso lesbar gewesen wie Text- und SMS-Nachrichten oder Gesprächsprotokolle. Fotos sowie Videos waren ebenfalls noch vorhanden und über diverse Daten hätte man die Besitzer der Altgeräte identifizieren können. Und das, obwohl bei 57 Prozent der Mobilgeräte und bei 75 Prozent der Festplatten Löschversuche festgestellt wurden.
Interessant ist, dass laut der Analyse bei den Smartphones nur Android-Geräte betroffen waren, während auf den iOS-Geräten keine Restdaten gefunden wurden. Auch wenn bei den Festplatten und SSDs vermehrt eine Löschung versucht wurde, kam offensichtlich keine wirksame Technik zum Einsatz. So sei man bei 11 Prozent der Laufwerke auf Daten getroffen, die nur via Papierkorb gelöscht worden sind. Hier seien problemlos 100 Prozent der gespeicherten Daten wiederhergestellt worden, was insgesamt 444'000 Dateien entsprach. Aber auch bei 61 Prozent der Speicherplatten, die eine "Schnellformatierung" durchlaufen hatten, waren noch zu über 80 Prozent Daten vorhanden.
Kroll Ontrack kommt denn auch zu dem Schluss, dass trotzt Low-Level-Formatierung, Schnellformatierung und vollständiger Formatierung erst eine professionelle Löschsoftware dazu beiträgt, Daten so erfolgreich zu löschen, dass sie nicht wiederhergestellt werden können. (vri)

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