UN-Anerkennung: WiMAX nun gleichberechtigt neben UMTS und Co.

22. Oktober 2007, 13:34
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Die "WiMAX"-Technologie für die drahtlose Datenübertragung erhält durch einen Entschluss der ITU, der Telekommunikationsagentur der Vereinten Nationen, vermehrten internationealen Auftrieb.

Die "WiMAX"-Technologie für die drahtlose Datenübertragung erhält durch einen Entschluss der ITU, der Telekommunikationsagentur der Vereinten Nationen, vermehrten internationealen Auftrieb. Die ITU hat WiMAX gerade in den Katalog der offiziell für die Verwendung in "3G"-Funknetzwerken befürworteten Technologien aufgenommen.
Die ITU hatte Mitte der 80er mit der Arbeit an diesem Katalog begonnen um die bei früheren Mobilfunkttechnologien aufgetretene internationale Zwesplitterung in teilweise inkompatible Infratsrukturen zu vermeiden. Im Jahr 2000 wurde der Katalog unter dem Namen IMT-2000 ratifiziert und auch von der Telekommunikationsindustrie weitgehend anerkannt.
Im IMT-2000 wurden bisher drei grundlegende Technologien und fünf darauf basierende mobile "Interfaces" aufgelistet, auf denen unter anderem die in Europa und Amerika dominierenden 3G-Mobiltechnologien UMTS und cdma2000 basieren. WiMAX ist die erste Technologie, die neu aufgenommen wurde.
Während WiMAX in einigen Ländern schon angetestet wird, war die Anerkennung durch die ITU für viele Länder die Voraussetzung, um offiziell die entsprechenden Frequenzbänder zuzuteilen oder versteigern zu können. Die Zukunftssicherheit der WiMAX-Technologie ist damit um einiges gestiegen.
Die Anerkennung ist nicht ohne Kontroverse abgelaufen. WiMAX ist eine Technologie, die aus dem IT-Bereich stammt, und wird hauptsächlich von Intel gepusht. WiMAX bietet potentiell eine höhere Datenübetragungsgeschwindigkeit und könnte so den bestehenden 3G-Technologien gewisse Marktanteile abjagen. Aus der bisherigen Telco-Ausrüsterecke stammende Unternehmen wie Qualcomm oder Ericsson würden dagegen auf Weitwerentwicklungen der traditionellen Mobilfunk-Technologie basierende neue Technologien wie "Ultra Mobile Broadband" (Qualcomm) oder "Long-Term Evolution" (Ericsson) bevorzugen.
Die beiden Seiten bringen natürlich hauptsächlich technische und kostenbezogene Argumente ins Spiel. Im Hintergrund haben sie aber auch eine gemeinsame Motivation: Sie besitzen mehr Patente an der jeweils "eigenen" Technologie. Dies bringt sie als Ausrüster für neue Netzwerke ihrer Technologie in die Pole-Position bringen und ausserdem könnten sie auf langfristige Zusatzeinkünfte über Lizenzeinnahmen hoffen, wenn sie sich als Standard durchsetzen könnte. (Hans Jörg Maron)

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