Und wieder eine Drucker-"Revolution"

13. März 2015, 10:59
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Druckerhersteller sind alles kleine Ché Guevaras: Mal ist es eine "revolutionäre" Tintenstrahltechnologie, die den Markt beflügeln soll. Ein anderer Hersteller wirbt damit, dass seine Lasergeräte jetzt aber wirklich "revolutionär" seien. Bei HP nun aber wirklich.

Druckerhersteller sind alles kleine Ché Guevaras: Mal ist es eine "revolutionäre" Tintenstrahltechnologie, die den Markt beflügeln soll. Ein anderer Hersteller wirbt damit, dass seine Lasergeräte jetzt aber wirklich "revolutionär" seien. Bei HP nun aber wirklich.
"Keine Kosmetik", "keine kleinen Änderungen", "Revolution", "Innovation": Michael Smetana nahm als HP EMEA-Chef der Laserjetsparte wahrlich kein Blatt vor den Mund. Und für den weltweiten Tintenstrahler-Boss der US-Company "handelt sich um die grösste Neuentwicklung seit der Einführung des ersten LaserJets 1984", sagte Andy Binder. Worum geht´s aber, dass das HP-Management derart in Verzückung gerät?
Die nun vorgestellten LaserJet-Serien sollen mit den neuen HP-Original-Tonerkartuschen mit "JetIntellingence-Technologie" durchschnittlich 53 Prozent weniger Energie benötigen und bis zu 40 Prozent Platz einsparen. Sie seien zudem in der Lage "bis zu 33 Prozent mehr Seiten in professioneller Qualität" zu liefern. Darüber hinaus, so HP, reduziere man mit den Modellen die Zeit zur "Ausgabe der ersten Seite" – HP spricht von "bis zu 40 Prozent schneller aus dem Schlafmodus" als der Wettbewerb - und verbessere die Druckgeschwindigkeit in Duplex. Dasselbe Tempo wie einseitiges Drucken sei sogar möglich. Den Boliden (M553) der Serie erweckte das HP-Management bei einer Präsentation gar in zwei Sekunden aus dem stromsparenden Tiefschlafmodus.
Dreh- und Angelpunkt der Erfindung ist der Toner (Colorsphere 3), "in dem 70 Prozent der neuen Technologie stecken", so Smetana. Vereinfacht ausgedrückt: Eine harte Hülle, ein weicher Kern, feinere Partikel sowie die intelligente Kombination von Wachsen und Polymeren soll dazu führen, dass der Toner ergiebiger ist. HP: "Aufgrund des niedrigen Schmelzpunkts des Toners, kombiniert mit der robusten Schale, kann so eine hohe Qualität erzielt werden. Das Ergebnis ist der Druck von mehr Seiten mit einem kleineren und schnelleren Drucker bei weniger Energieverbrauch. Zudem erfasst eine Messtechnologie den Tonerstand, sodass IT-Verantwortliche den Inhalt jeder Kartusche bestmöglich nutzen können."
An seine Geschäftskunden richtet sich der Printer-Bauer mit einer "JetIntelligence" getauften Technologie, die "Schutz vor der Verwendung von gefälschten Tonerkartuschen", bietet. Während des Installationsvorgangs werden Kartuschen authentifiziert und der Nutzer informiert, falls es sich um gebrauchte oder gefälschte Kartuschen handelt. Angenehmer Nebeneffekt für HP: Damit liefert man Entscheidern natürlich auch gute Argumente, nur Original-Zubehör einzusetzen. Das Management betonte indes, dass es offen für Wettbewerb sei und diese Technik dem Qualitätsmanagement von Unternehmen diene.
In eine ähnliche Richtung gehen die in der Tat zahlreich gesäten kleineren Innovationen der neuen Druckerflotte. "JetAdvantage Private Print" etwa verhindere unautorisierten Zugriff auf vertrauliche Druckaufträge. Jeder Auftrag wird dabei sicher in der Cloud gespeichert, bis der Benutzer sich authentifiziert und das Dokument aus der Cloud abruft. Es gibt Apps für den Druck via Smartphone, auf integrierten LED-Bildschirmen sieht der Anwender das tatsächliche Bild seines Druckauftrags und nicht etwa nur "xyz.jpeg", und die neuen Geräte sind wirklich angenehm handlich klein.
Eine Revolution ist "ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel eines oder mehrerer Systeme", sagt Wikipedia. Und trotz aller angebrachter Skepsis, sind Branchenkenner in der Tat von der neuen Technologie zumindest ein Stück weit beeindruckt. Jim Lyons, Analyst bei Actionable Intelligence und selbst 25 Jahre bei HP, nennt den Launch einen "Big Deal" und hält es für möglich, dass das Unternehmen mit dieser Innovation die Branche vor sich her treibe. Die Analysten von Infotrends nennen die neuen Geräte "eindrucksvoll" und betonen vor allem die gute Energiebilanz der Drucker.
Das neue Produktportfolio im Detail:
Serie HP Color LaserJet Pro M252: kompakt, für kleine Arbeitsgruppen von bis zu fünf Anwendern. Nach Angabe von HP bis zu 33 Prozent kleiner als derzeitige Drucker auf dem Markt und bieten "dem schnellsten Druck der ersten Seite in dieser Geräteklasse"
Serie HP Color LaserJet Pro MFP M277: kleinste Laser-MFPs ihrer Klasse und "druckt in dieser Geräteklasse am schnellsten zweiseitig." 4-in-1-Geräte, die für kleine Arbeitsteams optimiert sind.
Serie HP Color LaserJet Enterprise M552 und M553: drucken grössere Arbeitsgruppen zwischen fünf und 15 Nutzern bis zu 6'000 Seiten pro Monat, produzieren Seiten mit hoher Geschwindigkeit. "Dabei verbrauchen sie am wenigsten Energie und erreichen die schnellste, doppelseitige Druckgeschwindigkeit in ihrer Klasse." Verfügen über Google Cloud Print 2.0 verfügen und unterstützen Googles neue lokale Druckstandards für Chromebooks und Chrome-OS-Anwendungen.
Preise und Verfügbarkeit:
- Die Serie HP Color LaserJet Pro M252 ist ab Anfang April 2015 zu einem unverbindlichen Verkaufspreis ab CHF 199 erhältlich.
- Die Serie HP Color LaserJet Pro MFP M277 ist ab Anfang April 2015 zu einem unverbindlichen Verkaufspreis ab CHF 309 erhältlich.
- Die Serie HP Color LaserJet M552 und M553 ist ab Anfang April 2015 zu einem unverbindlichen Verkaufspreis ab CHF 449 erhältlich.
- Die Serie HP LaserJet M604, M605 und M606 Serien ist ab Anfang April 2015 zu einem unverbindlichen Verkaufspreis ab CHF 539 erhältlich. (Sven Hansel)
Foto oben: Michael Smetana, HP EMEA-Chef.

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