Unkraut mit KI, Drohnen, Robotern und Wasser bekämpfen

30. März 2021, 14:42
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Digitalisierung ist auch in der Schweizer Landwirtschaft ein grosses Thema, wie ein Innosuisse-Projekt zeigt.

"Die Landwirtschaft wird künftig datenbasierter arbeiten, und für die zentrale Auswertung dezentral gesammelter Daten ist eine schnelle und hochvolumige Datenübertragung entscheidend" wird Thomas Anken von Agroscope in einer Medienmitteilung zitiert. Dazu und auch zur Steuerung und Überwachung autonomer Geräte sei eine gute Konnektivität essenziell, wie sie nur der 5G-Mobilfunk biete.
Agroscope ist zusammen mit der Landwirtschaftsgenossenschaft Fenaco, der Ostschweizer Fachhochschule OST sowie Sunrise UPC und Huawei Partner bei einem ehrgeizigen Innosuisse-Projekt.
Die Ziel des Projekt ist es, in Zukunft mittels Drohnen und KI eine komplette Bestandsaufnahme aller Pflanzen auf einer Wiese vornehmen zu können. Auf diese Weise, so die Hoffnung der Initiatoren, könnten 5G-Anwendungen die Landwirte dabei unterstützen, ihre Wiesen effizient und umweltschonend zu bewirtschaften.

Blacken jäten per GPS

Konkret geht es aber vorerst nur um eine Pflanzenart, die sogenannten Blacken, eine Ampferart, die andere Gewächse verdrängt. Die Pflanzen werden per Drohne fotografiert und die Rohdaten über 5G-Datenverbindungen in die Cloud geladen. Dort werden sie in Echtzeit analysiert und und durch KI-basierte Bilderkennung identifiziert.
Die Ergebnisse werden zurück auf den Acker gespielt, wo ein Traktor oder Landwirtschaftsroboter per GPS zum Unkraut navigiert wird, um es zu vertilgen. Dieser Videoclip erklärt anschaulich, wie dies funktionieren soll.
Die Bekämpfung von Unkraut erfolge durch dieses Vorgehen sehr präzise, so die Initianten des Projekts. Der Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln könne um bis zu 90% reduziert werden.
Das Projekt wurde 2020 gestartet, 2023 werden erste konkrete Ergebnisse erwartet.
In einem weiteren Entwicklungsschritt soll das Pflanzengift sogar durch komplett umweltschonendes heisses Wasser ersetzt werden. Die Erkennung der Pflanzen werde durch den Einsatz neuronaler Netze und selbstlernender Algorithmen immer genauer, erklärten die 5 Partner. Zugleich stiegen die Datenmengen immens an. Die Kombination von 5G, Big Data und Cloud-Technologie sei daher entscheidend für das Gelingen dieses Innovationsprojekts.

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