Unlizenzierte Software: Geschäftsführer schieben Schuld auf andere

10. August 2007, 15:20
  • international
image

Die fünf häufigsten Ausreden für unlizenzierte Software.

Die fünf häufigsten Ausreden für unlizenzierte Software.
Die Business Software Alliance (BSA), eine Lobby von Softwareherstellern zum Kampf gegen die unrechtmässige Verwendung von Software, hat eine Liste der meistgenannten Begründungen zusammen gestellt, die von Geschäftsführern und Inhabern gegeben werden, die unlizenzierte Software einsetzen.
Europaweit gesehen waren dies die fünf häufigsten Ausreden:
1) Die Schuld oder die Verantwortung liegt bei einem anderen (IT-Verantwortlichen, Angestellten, IT Dienstleister)
2) Wir sind schnell gewachsen/fusioniert und haben vergessen mehr Lizenzen zu kaufen
3) Wir wussten von nichts
4) Lizenzen sind zu teuer, als dass wir sie uns leisten könnten
5) Wir haben die Software nur getestet und vergessen sie zu deinstallieren
Meistens sehen die Geschäftsleitungen also die Schuld bei IT-Verantwortlichen, IT Dienstleistern oder anderen Angestellten. Im einzelnen Fall muss firmenintern die Frage nach Verantwortlichkeiten und (und eventuell versäumten Aufsichtspflichten) sicher gestellt werden. Generell und gegen aussen, so findet die BSA, seien aber eindeutig die Geschäftleitungen verantwortlich: "Es ist die Pflicht eines Inhaber oder Geschäftsführers, die Lizenzierung der Software sicher zu stellen, die auf den Rechnern der Firma verwendet wird", erklärt Sarah Coombes, Director Legal Affairs EMEA bei der BSA. "Sie darf nicht gegen das Urheberrecht verstoßen, und Unternehmensverantwortliche müssen sich dieser Aufgabe bewusst sein."
Die finanziellen Risiken für ein Unternehmen, so argumentiert die BSA weiter, können gravierend sein. In Deutschland (Schweizer Zahlen liegen uns leider nicht vor) mussten ertappte Unternehmen gemäss BSA 2006 insgesamt 1,1 Millionen Euro für Schadensersatz und Nachlizenzierungen zahlen. Allerdings nimmt sich die BSA mit einer anderen von ihr gerne zitierten Statistik selbst viel Wind aus den Segeln: Gemäss der von IDC im Auftrag von BSA jährlich erstellten "Pirateriestudie" soll der Softwareindustrie in Deutschland durch illegal eingesetzte Software ein Umsatzausfall von 1,6 Milliarden Dollar entstanden sein.
Wenn die eigene Redlichkeit die Leute nicht dazu bringt, ihre Software ordnungsgemäss zu bezahlen, dürften sie sich also vom finanziellen Risiko auch kaum schrecken lassen . Ob da die gerade unter dem Motto "Raubkopierer bereichern sich auf Ihre Kosten!" lancierte neue BSA-Kampagne, mit der Angestellte dazu bewegt werden sollen, ihre eigene Firma zu verpetzen, wirklich weiterhilft? (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Schwerer Schlag gegen eine der erfolgreichsten Ransomware-Banden

Die Gruppe Hive hatte unter anderen Emil Frey und Media Markt attackiert. Jetzt haben das FBI, Europol und weitere Behörden die Hive-Infrastruktur ausgeschaltet.

publiziert am 27.1.2023
image

Intel-Zahlen rasseln in den Keller

Im vergangenen Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 32% auf 14 Milliarden Dollar. Unter dem Strich steht sogar eine rote Zahl.

publiziert am 27.1.2023
image

Sunrise will nicht freiwillig auf Huawei verzichten

Ohne politischen Druck werde man nicht auf die Mobilfunktechnologie des chinesischen Anbieters verzichten, sagte der CEO der Muttergesellschaft.

publiziert am 26.1.2023
image

Auch bei IBM stehen weltweit Entlassungen an

Der Konzern will rund 4000 Jobs streichen. Betroffen sind diejenigen Bereiche, die nicht in Kyndryl und Watson Health ausgelagert wurden.

publiziert am 26.1.2023