Untergrund-Marktplatz "Silk Road 2.0" unterwandert und aufgeflogen

7. November 2014, 16:56
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Das FBI hat den mutmasslichen Betreiber einer berüchtigten Internet-Drogenplattform festgenommen.

Das FBI hat den mutmasslichen Betreiber einer berüchtigten Internet-Drogenplattform festgenommen. Ein 26-jähriger Programmierer aus San Francisco soll das illegale Online-Drehkreuz "Silk Road 2.0" betrieben haben. Der Mann sei bereits am Mittwoch in San Francisco verhaftet worden, teilte die US-Bundespolizei mit.
Bei der globalen Aktion hatten Fahndungsbehörden international zusammengearbeitet. In Europa koordinierte Europol in Den Haag das Vorgehen. Insgesamt seien 16 europäische Länder beteiligt gewesen, teilte Europol mit.
Ziel der Aktion sei es gewesen, verschiedene illegale Marktplätze vom Netz zu nehmen, erklärte Europol am Freitag. Erstmals sei man auch im sogenannten Darknet, einem Netzwerk, in dem Nutzer ihre Spuren mit verschiedenen Methoden verwischen, fündig geworden, sagte Troels Oerting, Chef des europäischen Cybercrime Centers von Europol.
Insgesamt seien 17 Verdächtige festgenommen worden, die mutmasslich am Betrieb der Plattformen und am illegalen Handel beteiligt gewesen seien.
Heroin und Waffen - Bezahlung in Bitcoins
"Silk Road 2.0" war eine geheime Handels-Plattform, auf der illegale Dienstleistungen und Drogen umgeschlagen wurden. Neben Ecstasy und Marihuana seien dort laut "San Francisco Chronicle" etwa auch braunes Heroin-Pulver aus Afghanistan oder reines Kokain angeboten worden. Der Online-"Laden" von "Silk Road 2.0" ist im Tor Netzwerk betrieben worden. Dieses ermöglicht es, sich anonym im World Wide Web zu bewegen.
Auch illegale Waffen und Auftragsmörder seien verschoben worden, sagte Kumar Kibble, ein Mitarbeiter der US-Behörde Homeland Security Investigations.
Die Bezahlung erfolgte demnach in der digitalen Währung Bitcoin, die anonyme Finanztransaktionen ermöglicht. Der Betreiber habe vier bis acht Prozent vom verkauften Warenwert als Kommission eingestrichen. Das habe ihm nach Angaben der Ermittler im Monat rund 400'000 Dollar eingebracht. Bei der Festnahme fanden die US-Ermittler bei dem Tatverdächtigen auch 100'000 Dollar in bar. Der 26-Jährige soll auch mit gefälschten Ausweispapieren gehandelt haben.
Dem Festgenommenen, der früher bei dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX beschäftigt war, werden Drogenhandel, Computer-Hacking, Geldwäsche und Handel mit gefälschten Ausweisen vorgeworfen, wie das FBI erklärte. Diese Anklagepunkte könnten den Mann für Jahrzehnte hinter Gitter bringen. Offenbar ist es den US-Strafverfolgungsbehörden gelungen, einen Agenten in den inneren Kreis der Betreiber von "Silk Road 2.0" einzuschleusen. (sda / hc)

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