Uri: IT-Projekt leidet unter kurzfristigen Änderungen

8. Oktober 2013, 09:37
  • politik & wirtschaft
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Es ist zwar kein neues Phänomen, aber doch ein eindrückliches Beispiel für ein IT-Projekt, bei dem die Kosten massiv steigen, weil kurz vor dem Einsatz, Änderungen der Anforderungen vorgenommen werden.

Es ist zwar kein neues Phänomen, aber doch ein eindrückliches Beispiel für ein IT-Projekt, bei dem die Kosten massiv steigen, weil kurz vor dem Einsatz, Änderungen der Anforderungen vorgenommen werden. Diesmal hat es das Informatik Leistungszentrum (ILZ) in Sarnen getroffen, wo für den Kanton Uri eine IPV-Software (Individuelle Prämienverbilligung) entwickelt werden soll, schreibt die 'Neuen Urner Zeitung'. Wie ILZ-Geschäftsführer Oskar Zumstein gegenüber inside-it.ch erklärt, sei die Software "beinahe am Ende des Entwicklungszyklus und kurz vor der Einführung" gewesen, als "massiv" die Definitionen geändert worden seien. Der Urner Landrat muss deshalb in den nächsten Wochen über Nachtragskredit von 130'000 Franken entscheiden. Ursprünglich waren noch 76'000 Franken budgetiert worden. Zumstein spricht hier von einem Phänomen, dass generell für IT-Projekte gelte, bei denen während der Entwicklung die Spielregeln geändert werden.
In diesem Fall ging es darum, dass die Kantone auf den 1. Januar 2014 verpflichtet sind gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) die individuelle Prämienverbilligung (IPV) direkt an die Kassen auszuzahlen. Dazu sollte der Datenaustausch, zwischen den Kantonen und den Versicherern einheitlich abgewickelt werden. Die Vorgaben dazu kommen von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) und einer Projektgruppe, der auch Krankenversicherer angehören. Geplant waren zunächst sieben Meldetypen, neu sind nun zwölf umzusetzen, wobei deren Komplexität teilweise erhöht wurde. Zudem seien markante Änderungen am Meldewesen sowie an den Anforderungen im Testkonzept vorgenommen worden, schreibt das Blatt. Laut Zumstein, müsse nun vieles neu programmiert werden. Denn die nötigen Änderungen, so die Neue Urner Zeitung, haben auch Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse und das Testing.
Insgesamt gehe man bei der GDK und der Projektsteuerungsgruppe bereits davon aus, dass nicht sämtliche Krankenversicherer die Umsetzung auf den 1. Januar 2014 garantieren können. Welche finanziellen Folgen das hat, sei noch nicht zu schätzen und könne auch in der Budgetplanung noch nicht berücksichtigt werden, schreibt die Lokalzeitung. (vri)

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