US-Anbieter investieren in europäische RZ

16. April 2015, 10:12
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Soeben erst hat die New Yorker Digital-Ocean ein neues Rechenzentrum in Frankfurt eröffnet und unterhält damit neben London und Amsterdam drei RZs in Europa.

Soeben erst hat die New Yorker Digital-Ocean ein neues Rechenzentrum in Frankfurt eröffnet und unterhält damit neben London und Amsterdam drei RZs in Europa. Nicht anders sieht es bei Google, Apple und Amazon aus, die laut 'Wall Street Journal' zeigt. Und gerade US-Firmen wollen von dem Wachstum profitieren.
Verwunderlich ist das deshalb, weil die regulatorischen EU-Vorgaben das Wachstum amerikanischer Technologie-Riesen zu bremsen droht, wie es im 'Journal' heisst. US-Unternehmen sind nicht nur wegen systematischer Steuervermeidung im Visier der europäischen Regulierungsbehörden, sondern auch wegen des Missbrauchs ihrer marktbeherrschenden Stellung oder dem Verstoss europäischer Datenschutzrechte. So haben etwa die EU-Kartellbehörden beschlossen, förmliche Anklage gegen Google wegen Verstosses gegen das Kartellrecht zu erheben. Bekannt ist zudem, dass sich Microsoft noch immer gegen den Kundendaten aus RZs ausserhalb der USA herausgeben zu müssen.
In diesem Zusammenhang wirkt auch der sogenannte Snowden-Effekt nach, der die Vertrauenswürdigkeit amerikanischer RZ-Anbieter grundsätzlich in Frage gestellt hat. Für die Schweiz hatte dazu kürzlich erst Green.ch-Chef Franz Grüter gegenüber inside-it.ch darauf hingewiesen, dass hiesige Firmen sehr genau darauf achten, wo die Rechner stehen, auf denen ihre kritischen Daten gespeichert sind. Die Schweiz als Dateninsel habe auch aufgrund ihrer guten allgemeinpolitischen Rahmenbedingungen zwar Standortvorteile, stehe aber dennoch vor wachsendem internationalen Druck, wie der RZ-Betreiber ausführte.
Das 'Wall Street Journal' will jedenfalls festgestellt haben, dass sich seit Anfang Jahr vermehrt Top-Führungskräfte amerikanischer Unternehmen auf Werbekampagnen in den Städten ganz Europas befinden und dabei immer wieder ihre Bedeutung für die lokale Wirtschaft betonen. Wie sich die derzeitige RZ-Situation darstellt, bringt in dem Blatt ein Experte von KMPG auf den Punkt: "Ich glaube nicht, dass erhöhte regulatorische und politische Kontrollen die Tech-Riesen abschrecken wird, weiterhin in Europa zu investieren und auszubauen". (vri)

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