US-Arbeitsministerium: Google diskriminiert weibliche Angestellte

10. April 2017, 15:16
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In den USA soll ein Bundesgesetz sicherstellen, dass Auftragsnehmer, die von Stellen der Bundesregierung in einem Jahr mehr als 10'000 Dollar erhalten, gleichberechtigte Beschäftigungsverhältnisse garantieren.

In den USA soll ein Bundesgesetz sicherstellen, dass Auftragsnehmer, die von Stellen der Bundesregierung in einem Jahr mehr als 10'000 Dollar erhalten, gleichberechtigte Beschäftigungsverhältnisse garantieren. Google gehört zu diesen Auftragsnehmern und unterliegt deshalb einer Auskunftspflicht gegenüber dem zuständigen US-Arbeitsministerium (DoL). Im Januar hat dieses Google verklagt, weil der Techgigant Informationen für ein laufendes Prüfungsverfahren zurückhält.
Nun sagt das Ministerium, dass es bei Google systematische Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern in praktisch der ganzen Belegschaft gebe, berichtet 'The Verge'. Man habe "überzeugende Beweise für eine signifikante Diskriminierung von Frauen in den häufigsten Positionen im Hauptquartier von Google", liess das DoL verlauten. Janette Wipper, Regionaldirektorin des Arbeitsministeriums, erklärte im Rahmen der Gerichtsverhandlung, dass der Konzern seinen weiblichen Angestellten weniger bezahle als ihren männlichen Kollegen.
Google bestreitet die Vorwürfe und erklärte, dass das Unternehmen während seiner jährlichen Analysen keine Hinweise auf ein Lohngefälle gefunden habe. In einem Tweet von Anfang Woche erklärte das Unternehmen gar, dass es den sogenannten Gender Pay Gap weltweit geschlossen habe.
Der angestrengte Prozess soll Google dazu zwingen, die notwendigen Daten auszuhändigen, damit das DoL die Angelegenheit prüfen kann. Der Konzern behauptet, dass man die Informationen aus Datenschutzgründen nicht herausgeben wolle. Die Daten, welche Namen und Kontaktinformationen der Mitarbeitenden umfassen, seien nicht relevant für die Überprüfung und würde Google für die Erstellung "unzulässige Belastungen" aufbürden, argumentiert der Techkonzern. (ts)

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